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Umfrage: So denkt die Eifel über die neuen Corona-Regeln

Im Gespräch mit Bürgern in Bitburg und Prüm : Umfrage: So denkt die Eifel über die neuen Corona-Regeln

Wegen steigender Corona-Infektionen gelten neue Einschränkungen im Eifelkreis. Eine TV-Umfrage zeigt, dass die Bürger zwar genervt sind aber Verständnis zeigen.

Das Corona-Virus stellt mal wieder das Leben der Eifeler auf den Kopf. Was gestern noch erlaubt war, nämlich im Privaten mit Freunden und Verwandten zu feiern, ist seit Donnerstag nur noch eingeschränkt möglich.

Treffen mit zehn Personen sind maximal erlaubt, und auch nur, wenn sie aus nicht mehr als zwei Haushalten kommen. Zudem empfiehlt die Kreisverwaltung auch draußen eine Maske zu tragen, wenn es erkennbar eng wird.

Die neuen Regelungen sollen helfen, die seit Tagen massiv steigenden Corona-Infektion im Eifelkreis in den Griff zu bekommen. Doch machen die Bürger das noch einmal mit, zeigen sie Verständnis, oder sind sie zunehmend genervt? Eine nicht-repräsentative TV-Umfrage in Bitburg und Prüm fördert gemischte Gefühle zutage.

„Jetzt wird es wieder richtig langweilig“, klagt Shania, eine Jugendliche aus Speicher. Ihre Freundin Daria aus Erdorf gibt ihr Recht: „Ich hoffe, dass es jetzt nicht wieder so einen Lockdown gib wie im Frühjahr. Da konnte man gar nichts mehr machen.“

Dennoch verstehen die beiden jungen Damen den Ernst der Lage, sagen sie. Angst sich selbst anzustecken, hätten sie zwar nicht. Aber Familie und Freunde wollen sie schützen, sagt Daria: „Wenn es jetzt wieder so krass wird mit den Zahlen, müssen wir da durch mit den Einschränkungen.“

Marita Leisen trägt auch draußen Maske, obwohl das keine Pflicht ist. Wer in diesen Zeiten sorglos feiert, ist für sie "unvernünftig". Foto: TV/Christian Altmayer

Ähnlich sieht es die 25-jährige Lilly Wagner aus Trier, die an diesem Tag ihren Freund in Bitburg besucht: „So langsam hat man natürlich wieder Lust auf Leben.“ Aber das sei eben auch das Gefährliche, dass die Leute nach dem Sommer nicht mehr so viel Angst vor dieser Krankheit hätten. Und daher immer sorgloser würden.

Für sie selbst gelte das nicht, sagt Wagner: „Ich bin niemand, der sich ins Getümmel stürzt. Ich halte immer Abstand und auch sonst die Regeln ein.“ Tatsächlich trägt sie an diesem Tag sogar draußen auf der menschenleeren Straße ihre Maske über dem Gesicht. Denn: „Ein zweiter Lockdown wäre wirklich das schlimmste, was passieren könnte.“ Und, dass es noch soweit kommt, hält die Triererin angesichts der steigenden Infektionen nicht für unwahrscheinlich.

„Der größte Mist wäre für uns, wenn die Schulen wieder schließen müssten“, sagt Sonia Miranda Kaiser, Mutter von zwei Kindern. Denn es sei schon anstrengend gewesen, zuhause Erziehung und Home-Office unter einen Hut zu bekommen.  Dennoch hält Kaiser die Maßnahmen angesichts des erneuten Ausbruchs für sinnvoll: „Natürlich ist es blöd, sich einzuschränken, aber wir werden ansonsten nicht mehr Herr der Lage.“

Auch Marita Leisen aus Mettendorf sei langsam „genervt“ vomständigen Masketragen und Abstandhalten, sagt sie. Doch irgendwie gewöhne man sich ja an alles, sogar daran, draußen den Mundschuz anzubehalten. Dass Menschen angesichts dieser gefährlichen Lage weiterhin sorglos Feiern findet sie daher „unvernünftig, egal ob das jetzt ältere oder jüngere Menschen sind“.

Eine Dame, die ihren Namen nicht in der Zeitung lesen will, sieht das anders: „Wenn ich 20 wäre, und man hätte mich jetzt so lange praktisch eingesperrt, würde ich auch unruhig werden, und vielleicht unvorsichtig.“ Natürlich seien die Partys ein Risiko für alle, aber menschlich gesehen, könne sie verstehen, was vor allem Jugendliche dazu treibt: „Man hat ihnen ja praktisch die Jugend genommen.“

Schaustellerin Anni Altmeier fühlt sich ungerecht behandelt. Supermärkte dürfen weiterhin öffnen, ihrer Branche entgehen Einnahmen. Foto: TV/Christian Altmayer

Auch Anni Altmeier aus Eßlingen, die an diesem Tag Crepes auf dem Parkplatz des Prümer Rewe-Markts backt, könne nicht alle Regelungen nachvollziehen, sagt sie: „So langsam werde ich richtig böse.“ Das Partyverbot ärgere sie weniger. Aber sie könne nicht verstehen, warum Jahrmärkte und Feste an der frischen Luft abgesagt würden, während Supermärkte, Baumärkte und Gastronomie öffnen dürften. „Das ist eine Ungleichbehandlung“, findet die Schaustellerin, die nach eigenen Angaben seit Monaten keine Einkünfte mehr habe.

„Dabei kann man doch kaum sicherer unterwegs sein als draußen auf einem Jahrmarkt mit einem guten Hygienekonzept“, findet sie.

Was ist Ihre Meinung zu den neuesten Regelungen im Eifelkreis? Mailen Sie uns an eifel@volksfreund.de