Umgestaltung Maximiner Wäldchen in Bitburg – Jetzt ist der neue Park zu teuer

Kostenpflichtiger Inhalt: Aus dem Archiv August 2019 : Umgestaltung Maximiner Wäldchen in Bitburg – Jetzt ist der neue Park zu teuer

Grün hätten sie es gerne. Aber bitte günstig. Nun kommt die Umgestaltung des Maximinerwäldchens in Bitburg die Stadt mit Kosten von rund 1,1 Millionen Euro teurer, als bislang gedacht. Der Bauausschuss hat dem Projekt deshalb den Zuspruch versagt – vorerst.

Wie viel Grün braucht die Stadt? Diese Frage bewegt in Bitburg ohnehin die Gemüter. Der neue Petersplatz jedenfalls ist den meisten zu grau geraten (der TV berichtete). Das Maximinerwäldchen könnte grüner werden. Aber wie viel Geld will die Stadt dafür ausgeben?

Derzeit wird die rund eineinhalb Hektar große Fläche in zentraler Innenstadtlage eher unter ihren Möglichkeiten genutzt. Der Brunnen sprudelt schon seit Jahren nicht mehr. Die Stadt hat Gräser darin gepflanzt und drumherum Steine drapiert. Hier werden Hunde Gassi geführt, sonst nichts.

„Das Maximinerwäldchen wird  in der Bevölkerung kaum als Erholungs- und Spielbereich wahrgenommen“, sagt Projektleiter Ralf Mayeres im Bauausschuss. Und das, obwohl die Anlage mit ihren eineinhalb Hektar und einem rund 800 Quadratmeter großen Spielplatz recht großzügig ist.

Deshalb hat sich die Stadt ja so über die Spende von einer hal­ben Million Euro des Bauvereins gefreut. Mit der, so wurde es mit dem Haushalt 2019 beschlossen, sollte der Park umgestaltet werden. „Das Ziel ist, eine andere Atmosphäre zu schaffen, so dass sich die Menschen wohlfühlen und gerne dort aufhalten“, sagt Mayeres. Und inzwischen steht auch der Plan, wie das erreicht werden soll.

Der komplette Vorplatz soll neu gestaltet werden mit Bäumen und Fontänenspiel. Etwas weiter Richtung Parkmitte ist an einen Kiosk samt Sitzgruppen gedacht. Zudem soll das Wäldchen zur viel befahrenen Echternacher Straße mit Bäumen und einer unregelmäßig verlaufenden Mauer schützend abgegrenzt werden. Der Spielplatz liegt direkt beim Kioskbereich. Zudem ist im hinteren Teil des Parks ein „Garten der Generationen“ geplant, in dem jeder in den öffentlichen Hochbeeten mitgärtnern kann. Kurzum: Das Wäldchen soll zum Treffpunkt werden – und zwar für alle Generationen.

Die Erneuerung der Wege steht aus Sicht der Stadt schon länger an. Insgesamt gibt es 1830 Quadratmeter Wegfläche. Der Großteil ist asphaltiert, der Rest mit Split befestigt. Idee ist, die kompletten Wege mit beigefarbenen Pflastersteinen neu zu gestalten. Und die Plätze und Wege in der Anlage sollen beleuchtet werden, so dass das Maximiner Wäldchen auch in den Abendstunden nicht zu einer „dunklen Ecke“  wird.

Bevor das Konzept erstellt wurde, hat die Stadt Bürger nach ihren Wünschen befragt, mit Kindern und Erzieherinnen der Kitas St. Peter und Altes Gymnasium gesprochen wie auch mit den Senioren der DRK-Tagespflege „Sching Zeijt“. Ergebnis: Jung wie Alt hätten Freude daran, den „Garten der Generationen“ zu pflegen. Die Senioren geben ihr Wissen weiter und die Kinder lernen Gemüseanbau ganz praktisch und anschaulich. Auch sonst wirkt alles durchdacht. Entsprechend gut kommt der Plan auch im Bauausschuss an. Nur zustimmen will der Sache trotzdem niemand.

„Das Konzept ist schlüssig“, sagt Jürgen Weiler (CDU), „aber die Kosten erschrecken.“ Er schlägt vor, zu prüfen, wo sich was sparen lässt. So stellt Celestino Gombo (SPD) beispielsweise in Frage, ob es ein zweites, kleineres Wasserspiel beim neuen Spielplatz braucht, wenn es doch schon am Parkeingang ein großes Fontänenspiel gibt. Agnes Hackenberger (FBL) könnte sich vorstellen, nur den Vorplatz zu gestalten, aber die Wege im weiteren Verlauf des Wäldchens nicht, wie vorgesehen, zu pflastern, sondern als Naturpfade zu belassen.

Bequem nutzbare Wege“sind aber aus Sicht der Verwaltung spielentscheidend, damit auch Menschen im Rollstuhl oder solche, die auf Hilfe eines Rollators angewiesen sind sowie Mütter mit Kinderwagen den Park problemlos nutzen können. Der Sinn und Nutzen eines Kiosks in einem Park, in den sich kaum jemand verirrt, wird ebenfalls von einigen Ausschussmitgliedern angezweifelt. Die Verwaltung sieht das anders.

„Das ist in meinen Augen der Hauptpunkt, den Platz attraktiver zu machen. Dann können Eltern ihren Kindern dort mal ein Eis kaufen oder jemand, der die Mittagspause dort verbringt, bekommt auch was zu trinken“, sagt Mayeres. Einen Interessenten, der sich vorstellen könnte, diesen Kiosk zu betreiben, hat er auch an der Hand. Und der wäre dann auch für die Toiletten zuständig, die mit dem Kiosk entstehen sollen.

Passt alles ganz gut, wenn die Sache nicht ihren Preis hätte. Und der ist mit 1,1 Millionen Euro (siehe Info) deutlich höher, als die Ausschussmitglieder erwartet haben. Deshalb wurde das Projekt nicht beschlossen. Bevor das Konzept erneut zur Abstimmung vorgelegt wird, muss die Verwaltung – mit Hilfe von Vorschlägen aus den Fraktionen – eine Sparvariante erarbeiten.

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