Umstrittene Pläne nehmen Gestalt an

Auf dem Flugplatz Bitburg geht es bald los mit dem PFT-Lager : Pläne für Schadstoffentsorgung nehmen Gestalt an

Der Bund hat eine Ausschreibung für die Sanierung von Altlasten auf dem Flugplatz Bitburg veröffentlicht. Gesucht wird ein Ingenieurbüro, das Planung und Bau eines Lagers für mit Schadstoffen belastete Erde übernimmt.

Mehr als 25 Jahre ist es her, dass die Amerikaner den Flugplatz Bitburg aufgegeben haben. Doch sie ließen einiges zurück. Der Bund hat inzwischen Millionen für die Sanierung des Geländes ausgegeben. Tausende Tonnen Boden wurden abgetragen, Gase abgesaugt, Öl aus dem Wasser gefiltert.

Eine Schadstoffgruppe aber haben die Behörden noch immer nicht loswerden können: PFT, sogenannte Perfluorierte Tenside, schlummern nach wie vor im Boden und treiben  im Wasser rund um die frühere Air Base. Bislang kam aber noch keine Baggerschaufel auch nur in die Nähe der kontaminierten Flächen.

Nun hat die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BIMA) einen Schritt in Richtung Sanierung gewagt. Sie hat die Arbeiten und Planungen zum „Umgang mit PFT-Belastungen“ auf dem Flugplatz öffentlich ausgeschrieben. Die Auftragsunterlagen finden sich online beim Vergabesatelliten Rheinland-Pfalz.

Gesucht wird ein Ingenieurbüro, das sich den Planungen und dem Bau eines Lagers für PFT-belastete Erde annimmt. Zuvor muss das beauftragte Unternehmen laut Ausschreibung ein Entwässerungskonzept „für anfallendes Sickerwasser“ aufstellen, die Anbindungen zur Anlage schaffen und „sich erforderliche Genehmigungen einholen“.

„Optional“ könne die Firma auch „Pilotverfahren zur Dekontamination“ des Bodens in der Anlage „begleiten und überwachen“. Dabei geht es laut den Unterlagen „um innovative Ansätze zur Verbesserung der Bodenqualität“. Und Innovativ müssen sie sein. Gibt es derzeit doch kein Verfahren zur Sanierung PFT-belasteter Erde. Dass die Bima Pläne für eine Lagerstätte hat, ist seit Monaten bekannt. Ebenso lange steht das Projekt auch bei Umweltschützern in der Kritik. Sie behaupten, dass es nicht ausreicht, den Boden abzubaggern, zu lagern und die Flächen dann zu versiegeln – wie es angedacht ist. Sondern fordern stattdessen, dass der Flugplatz durch alle Erdschichten von Schadstoffen befreit wird. Nur so könnten Brunnen dauerhaft vor krebserregenden PFT-Einträgen gesichert werden.

Doch bei der Bima lässt man sich nicht beirren. Der umstrittene Auftrag ging trotzdem vor einigen Tagen ins Netz. Zunächst ist er auf fünf Jahre befristet. Die Gesamtdauer des Projektes hänge aber, so heißt es in der Ausschreibung, „von der Veräußerung der Verkaufsflächen ab“. Der Auftrag endet also erst, wenn die letzte Gewerbefläche auf dem Flugplatz den Besitzer gewechselt haben.

Derzeit verbleiben noch etwa 50 Hektar für die Ansiedlung von Unternehmen.

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