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Umzug in Arzfeld: Früher Bürgermeisterei, heute Tourist-Information

Kommunen : Arzfelder Bürgermeisterhaus wird zur Tourist-Information

Arzfeld, Luxemburger Straße: Wo früher die Bürgermeister residierten, zieht jetzt die Tourist-Information ein. Wir schauen auf ein Haus und seine Geschichte.

Der erste, der hier wohnte, war auch der allererste Bürgermeister der damals neu gegründeten Verbandsgemeinde (VG) Arzfeld: Karl-Heinz Baumann, der Ende 2018 starb (der TV berichtete).

Das Haus direkt neben der VG-Verwaltung wurde, wie der Hauptbau, in den 70ern für Baumann errichtet, als im Zuge der ersten Kommunalreform die beiden Ämter Waxweiler und Daleiden-Leidenborn zur neuen VG zusammengelegt wurden.

Direkt hinein konnte Baumann, seit 1971 im Amt, aber nicht, wie der heutige VG-Chef Andreas Kruppert erzählt: Die Verwaltungsmitarbeiter und ihr Chef waren bis 1974 noch gegenüber untergebracht, „im heutigen Dorfgemeinschaftshaus, das war damals noch die Landwirtschaftsschule“.

Nach Baumann zog dort ein späteres Mitglied des Deutschen Bundestags ein: Genau, Patrick Schnieder. Während seiner Jahre als Bürgermeister der Verbandsgemeinde (VG) Arzfeld, von 1999 bis 2009, wohnte der CDU-Mann dort mit seiner Frau Andrea. In wenigen Schritten (bei Zweimeterzwei-Mann Schnieder waren es noch weniger als bei uns Mittelhochwüchsigen) war der Bürgermeister in seinem Büro. Und sogar nach der Amtszeit blieben die Schnieders noch eine Zeit lang im Haus, sagt er: „Wir haben hintendran noch ein bisschen länger da gewohnt, bis wir dann in unser neues Haus eingezogen sind.“

Die Nähe zum Arbeitsplatz – sie war gut und problematisch zugleich: „Ich war froh, dass ich in Arzfeld leben konnte, mitten in der VG“, sagt Schnieder. Allerdings müsse man Privatleben und Arbeit trennen – und das sei wegen der Nähe „nicht immer so ganz leicht“ gewesen. Und doch: „Überwiegend hab ich mich da sehr wohl gefühlt.“

Als Schnieder vor – auch schon wieder – elf Jahren nach Berlin und Andreas Kruppert zum neuen VG-Chef gewählt wurde, nutzte der aber das Haus nicht: Kruppert hatte gerade in Sülm sein Eigenheim gekauft, da blieb er mit seiner Familie wohnen, auch wenn das nicht jedem in der Kommune gefallen mochte. Heute redet niemand mehr davon. Gut so, ist auch nicht von Belang. Hauptsache, der Mann macht seine Arbeit.

Die VG vermietete das Haus dann an eine Privatperson – und die ist inzwischen innerhalb des Dorfs umgezogen.

Also, erzählt Kruppert, habe man beschlossen: Da kommt die Tourist-Information hin. Denn die residierte bisher ebenfalls auf der anderen Straßenseite unterm Gemeindehaus. Nur so richtig schön war’s dort nicht: Die Raumverhältnisse „waren zu beengt und auch nicht repräsentativ“, sagt Kruppert. Stimmt, sagt auch TI-Chef Josef Freichels: „Wir waren da quasi im Keller, unter dem Saal.“

Immerhin gab’s dann auch noch Fördergeld aus dem europäischen Leader-Projekt. Und ein paar Monate und 20 000 Euro später ist es soweit: Die TI ist drin, Regina Wilhelm und Ingrid Wirtzfeld arbeiten schon dort und helfen allen Gästen weiter.

Und noch ein Raum ist dort entstanden: Das Trauzimmer der Verbandsgemeinde. Ist auch irgendwie schöner als im kühlen Verwaltungsbau. Außerdem, sagt Regina Wilhelm, entstanden Büro- und Besprechungsräume. Und: „Das komplette Haus ist unterkellert – wir haben jetzt einen riesengroßen Lagerraum“. Dort, sagt auch TI-Chef Josef Freichels, habe man jetzt Platz für alle Prospekte und mehr. Freichels hat übrigens kein Büro im neuen Domizil: Er übernahm in der Verwaltung die Abteilung Bürgerdienste, nachdem die bisherige Chefin Susanne Roß in den Ruhestand ging. Trotzdem bleibt er Leiter der Tourist-Information: „Die TI gehört seit jeher zum Fachbereich dazu.“

Im Hintergund sieht man noch das alte Domizil der Tourist-Information: das Gemeindehaus. Vorne von links: Josef Freichels, Andreas Kruppert, Regina Wilhelm und Ingrid Wirtzfeld. Foto: Fritz-Peter Linden
Ganz neuer Empfang für Gäste: das ehemalige Arzfelder Bürgermeisterhaus und dahinter die VG-Verwaltung. Foto: Fritz-Peter Linden

Die Verbandsgemeinde feiert die Eröffnung der neuen TI-Räume mit einem Tag der offenen Tür am Samstag, 1. Februar, 11 Uhr. Alle Bürger sind eingeladen. Der MdB kommt auch: „Ich werde mir das ganz genau angucken gehen“, sagt Patrick Schnieder.