Umzugs-Pläne der Tourist-Info auf Eis gelegt

Umzugs-Pläne der Tourist-Info auf Eis gelegt

Seit dem Urteil des Oberverwaltungsgerichts Koblenz zum Streit um die Finanzierung der Kyllburger Tourist-Info gilt: Will eine Verbandsgemeinde diese Aufgabe übernehmen, muss mehr als die Hälfte der Ortsgemeinden zustimmen. Ein Abstimmungs-Marathon, der Zeit kostet und den ursprünglich geplanten Umzug der Bitburger Tourist-Info in das gemeinsame Foyer von Bitburger Marken-Erlebniswelt und Stadthalle in weite Ferne rücken lässt.

Bitburg. Im Zweckverband Feriengebiet Bitburger Land haben sich die Stadt Bitburg (48 Prozent), die Verbandsgemeinde (VG) Bitburg-Land (48 Prozent) und die VG Speicher (vier Prozent) zusammengeschlossen, um gemeinsam die Aufgabe der Tourismus-Förderung wahrzunehmen. Zu diesem Ziel betreibt der Zweckverband die Bitburger Tourist-Info, die derzeit etwas ab vom Schuss ihren Standort "Am Graben" hat. Nach einem Grundsatzbeschluss vom April 2007 sollte die Tourist-Info in das gemeinsame Foyer von Stadthalle und Bitburger Marken-Erlebniswelt umziehen, wo jährlich rund 100 000 Besucher erwartet werden. Davon versprechen sich die Befürworter zusätzliche Kundschaft in der Tourist-Info, was sich mittel- und langfristig auch in steigenden Urlauberzahlen bemerkbar machen soll.

Doch im Dezember stimmte die Mehrheit im VG-Rat Bitburg-Land überraschend gegen den geplanten Umzug und damit auch gegen den bereits 2007 gefassten Grundsatz-Beschluss (der TV berichtete mehrfach).

Hintergrund der Wende war die unklare Rechtslage der Tourismus-Finanzierung, weshalb etliche Ratsmitglieder im Bitburger Land bedenken hatten, für die Kosten des Umzugs die Ortsgemeinden über eine Umlage zur Kasse zu beten, obgleich die Tourismus-Förderung ja nicht die Aufgabe einer Verbandsgemeinde ist. Angesichts leerer Kasse sich eine freiwillige Aufgabe aufzuhalsen, hielt die Mehrheit des VG-Rats ebenfalls für unverantwortlich und fürchtete zudem auch, dass die Kommunalaufsicht dies kaum gut heißen würde.

Auch Bau-Projekt braucht Klarheit über Standortfrage



Das Ergebnis ist bekannt: Die Umzugspläne wurden gegen die Stimmen der Freien Wählergruppe (FWG) und einiger CDU-Abweichler mit der Mehrheit von SPD und den restlichen CDUler auf Eis gelegt. "Historische Chance vertan" schallte es anschließend aus allen Ecken - mit dieser Entscheidung ist weder die Stadt Bitburg noch die Brauerei, geschweige denn der Leiter der Tourist-Info zufrieden.

Inzwischen laufen hinter den Kulissen Gespräche zwischen Stadt Bitburg und Bitburg-Land, die zu einer Einigung führen sollen. Schließlich wurde der Bau des Foyers nach dem Grundsatz-Beschluss von 2007 auf die Umzugs-Pläne der Tourist-Info abgestimmt und auch die Verantwortlichen auf Bitburgs Großbaustelle treibt damit nun die Frage um: Kommt der Umzug oder nicht?

Um diese Frage zu klären, will VG-Chef Jürgen Backes Beschlüsse der einzelnen Ortsgemeinden einholen. Nach dem OVG-Urteil muss mehr als die Hälfte der 51 Gemeinden mit mehr als der Hälfte der rund 18 000 Einwohner zustimmen, bevor die VG offiziell die Aufgabe der Tourismusförderung für die originär zuständigen Ortsgemeinden übernehmen darf und sie dafür gegebenenfalls über eine Umlage zur Kasse beten darf.Extra Übernachtungszahlen: Den touristischen Erfolg einer Region spiegeln unter anderem die Übernachtungszahlen wider. Im Bereich der Tourist-Information Oberes Kylltal werden nach eigenen Angaben jährlich etwa 380 000 Übernachtungen gezählt. Die VG Arzfeld nennt als Richtwert 200 000 Übernachtungen. In der VG Prüm sind es laut Tourist-Information im Jahr 2007 rund 163 000 Übernachtungen gewesen. Die Gäste der Campingplätze werden bei den ermittelten Werten in der Regel nicht mitgezählt. Dadurch können sich teilweise deutliche Änderungen ergeben.(jk)