Und alles wieder von vorn

Zum zweiten Mal in nur acht Tagen ist auf einem Grundstück in Olmscheid eine Fliegerbombe gefunden worden. Erneut evakuierten die Einsatzkräfte alle Häuser in der Nähe, bis das gefährliche Kriegsrelikt unschädlich gemacht war.

 Die Bombe auf dem Baugrundstück – vor und nach der Entschärfung. TV-Fotos (2): Fritz-Peter Linden
Die Bombe auf dem Baugrundstück – vor und nach der Entschärfung. TV-Fotos (2): Fritz-Peter Linden Foto: (e_pruem )

Olmscheid Ein Dorf im Islek, ein Grundstück am Ortsrand - und gleich zwei amerikanische Fliegerbomben, die gegen Ende des Zweiten Weltkriegs dort fast direkt nebeneinander eingeschlagen sind: In Olmscheid ist gestern wieder eines der gefährlichen Relikte gefunden worden - ebenfalls fünf Zentner schwer und an nahezu der gleichen Stelle wie in der vergangenen Woche (der TV berichtete).
Bereits vorigen Mittwoch hatte dort der Kampfmittelräumdienst (KMRD) des Landes einen Sprengkörper entschärft. Ein Baggerfahrer war bei Bauarbeiten für ein Doppel-Wohnhaus am Ortsrand auf die Bombe gestoßen.
Der neue Fund kam allerdings nicht so überraschend wie der erste: Seine Mitarbeiter, sagt Achim Berg, Chef der auf dem Grundstück tätigen Olmscheider Baugesellschaft, hätten gleich den Verdacht geäußert, dass sich im Boden noch mehr gefährliche Hinterlassenschaften aus dem Zweiten Weltkrieg befinden könnten. Und so ging dort gestern eine Kampfmittel-Ortungsfirma aus Kirn mit zwei Mitarbeitern und vier Sonden der Sache nach. Sie wurden bald fündig, nur gut zehn Meter von der ersten Stelle entfernt.
Dann läuft alles genau so wie in der Vorwoche: Polizei, DRK, Feuerwehr, Ordnungsamt und Kampfmittelräumdienst machen sich auf dem Weg in den Ort in der Verbandsgemeinde Arzfeld und treffen die nötigen Vorbereitungen. Motto: Alles wie gehabt, kennen wir ja schon. Einziger Unterschied: Es regnet diesmal phasenweise in Strömen.
Die Wehren aus Olmscheid, Jucken, Arzfeld und Daleiden schwärmen aus und fordern die Bürger in einem Radius von 500 Metern - Faustregel: pro Zentner 100 Meter - dazu auf, ihre Häuser und die Gefahrenzone zu verlassen. Wie in der Vorwoche setzt die Verbandsgemeinde auch ihren Bürgerbus ein, der alle mitnimmt, die nicht selbst per Auto wegfahren können.
Um 14.20 Uhr ist alles geräumt - und die Spezialisten können sich an ihre Arbeit machen: Nein, er erwarte keine Probleme damit, sagt Marco Ofenstein vom Kampfmittelräumdienst. Anders als beim vorigen Mal ist die zweite Olmscheider "Mittwochsbombe" kaum verrostet oder beschädigt. Ofenstein: "Die Bombe ist intakt."
Das klingt für den Experten beruhigender als für den Laien, aber die KMRD-Leute machen es ja auch nicht zum ersten Mal.
Dann müssen alle warten. Die Entschärfung beginnt - und dauert nicht lange. Kurz vor 15 Uhr ist alles erledigt und die Bombe auf der Ladefläche des KMRD-Wagens fertig zum Abtransport. Hauptkommissar Richard Schleder von der Polizei Prüm macht die Durchsage: "Alles gelaufen." Die Einsatzkräfte - insgesamt rund 40 Frauen und Männer, sagt Thomas Zender, stellvertretender Wehrleiter der VG - rücken ab, die Olmscheider können wieder in ihre Häuser zurück.
Und sie dürften, zumindest auf diesem Grundstück, von weiteren unangenehmen Entdeckungen verschont bleiben: Die Ortungsfirma, sagt Ralf Pauls von der Prümer Polizei, habe auf dem Gelände außer der zweiten Bombe nur noch ein paar Metallreste gefunden. Darunter auch die Überbleibsel einer alten Milchkanne - wie das eben so ist in der Eifel.