"Und dann das Gefühl: Die waren hier"
Bitburg · In Stahl, Mötsch und in der Kernstadt fährt die Polizei Bitburg derzeit verstärkt Streife - auch in zivil. Der Grund: eine Serie von Wohnungseinbrüchen. Allein in den vergangenen 14 Tagen registriert die Kripo Einbrüche in 14 Häuser im Bitburger Stadtgebiet.
Bitburg. Beängstigend! Wer die Erfahrung macht, dass ein Fremder gewaltsam in sein Zuhause eindringt und alles durchwühlt, ist in seinem Sicherheitsgefühl erschüttert - und zwar ganz unabhängig davon, ob das, was gestohlen wurde, mehr oder weniger kostbar war. Unter dieser Erfahrung leiden derzeit einige Bitburger, die Opfer einer solchen Tat wurden.
Sie kommen am hellichten Tag
"In den letzten Tagen kam es zu einer Reihe von Wohnungseinbrüchen. Ein Tatschwerpunkt liegt neben der Kernstadt in den Stadtteilen Stahl und Mötsch", sagt Wolfgang Zenner von der Polizei Bitburg. In insgesamt 14 Fällen ermittelt inzwischen die Kripo Wittlich. Ob es sich um eine einzige oder mehrere Tätergruppen oder aber um einen Einzeltäter handelt, ist offen.
"Wir ermitteln in alle Richtungen", sagt Erster Kriminalhauptkommissar Norbert Sproß. Die Täter seien gewaltsam eingedrungen. Hätten mal Fenster, mal Türen aufgehebelt. Was die Tatzeiten angeht, gibt es kein Muster. Teils wurden die Einbrüche nachts, teils tagsüber begangen. Eine Vermutung der Kripo ist, dass es sich um eine "reisende Tätergruppe" handeln könnte, die heute in Bitburg und übermorgen an der Mosel zuschlägt.
"Viele Menschen unterschätzen den Wert ihres Besitzes und denken, ihr Haus oder ihre Wohnung wäre für Einbrecher uninteressant. Dies ist jedoch ein Irrtum. Für viele Einbrecher ist ein bisschen Bargeld oder Schmuck bereits lohnende Beute. Deshalb kann grundsätzlich jeder Opfer werden", warnt Zenner. Die Polizei Bitburg habe ihre Streifeneinsätze in "Wohngebieten rund um die Kernstadt" verstärkt. "Dabei kommen auch Zivilstreifen mit neutralen Fahrzeugen zum Einsatz", sagt Zenner, der zudem auch die Bürger selbst zu "besonderer Wachsamkeit" aufruft. "Wer etwas Verdächtiges bemerkt, kann sehr helfen, wenn er sich unverzüglich bei der Polizei meldet", erklärt Zenner, für den in diesem Zusammenhang der Grundsatz gilt: Lieber einmal zu viel anrufen, als einmal zu wenig.
Erbeutet wurden Bargeld und Schmuck - in einem Fall auch ein Laptop. Der Wert der Beute beläuft sich laut Kripo insgesamt auf rund 8000 Euro. Doch der Schaden, der den Opfern entstanden ist, ist höher. Nicht nur, weil gegebenenfalls auch Türen und Fenster zu erneuern sind. So sagt das Opfer eines Einbruchs dem TV: "Wir waren nur für eine knappe Stunde außer Haus." Gestohlen wurde der Schmuck. "Da waren auch Erbstücke dabei, die von Generation zu Generation weitergegeben wurden. Das ist nicht zu ersetzen", sagt die Dame, die nach diesem Eindringen in ihre Privatsphäre lieber anonym bleiben möchte. Mehr als unter dem Verlust etlicher Wertgegenstände leidet sie unter dem Schock: "Das ist so ein schlimmes Gefühl. Ich wache nachts auf und kann nicht mehr einschlafen. Die waren hier."
Die Polizei Bitburg bittet alle Bürger um Mithilfe. Wer den Eindruck hat, dass bei Nachbarn auf dem Grundstück irgendetwas auffällig ist oder häufiger fremde Autos in der Straße gesehen werden, möge sich bei der Wache unter Telefon 06561/9685-0 melden.
Extra
28 Einbrüche im Jahr: Immer wieder gibt es in der Ferien- und Urlaubszeit Einbruchsserien. So wurden im August 2013 in der Eifel sieben Einbrüche in einer Zeit von nur drei Tagen gemeldet. Im August 2011 hielt eine Serie Auf Paulskreuz in Bitburg die Stadt in Atem: Innerhalb kürzester Zeit wurde dort in sieben Wohnhäuser eingebrochen. Insgesamt gab es im Vorjahr 28 Wohnungseinbrüche im Zuständigkeitsgebiet der Polizei Bitburg; 2012 waren es 29. Ermittlungserfolg: Im Juni 2014 ist es der Polizei Daun gelungen, eine Einbruchsserie rund um Gerolstein aufzuklären. Auf das Konto der vierköpfigen Tätergruppe sollen rund 40 Einbrüche seit 2012 gehen. Das rät die Polizei: Achten Sie auf Fremde auf Nachbargrundstücken. Halten Sie in Mehrfamilienhäusern auch tagsüber den Hauseingang geschlossen. Sorgen Sie dafür, dass Fenster, Türen sowie Garagen stets verschlossen sind. Wenn Sie länger verreisen, bitten Sie Nachbarn, den Briefkasten regelmäßig zu leeren. Informieren Sie bei Verdachtsfällen sofort die Polizei. Das Präventionszentrum des Polizeipräsidiums Trier berät kostenlos zum Thema technische Sicherungsanlagen unter Telefon 0651/9779-1256. scho