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Und das nicht nur zur Winterzeit

Und das nicht nur zur Winterzeit

DAHLEM/JÜNKERATH/STADTKYLL. Auf jeden der 13 500 Einwohner in der Verbandsgemeinde (VG) Obere Kyll und in der nordrhein-westfälischen Gemeinde Dahlem kommen fast zehn Urlaubsgäste. Das geht aus einer aktuellen Untersuchung des Verkehrsvereins Oberes Kylltal hervor.

Der Bürgermeister spricht Klartext: "Es gibt bei uns jede Menge Betriebe, die touristisch tätig sind, die es aber nicht für nötig halten, ihren Obolus an den Verkehrsverein zu entrichten, der ja immerhin sehr stark für beide Kommunen wirbt", sagt Reinhold Müller, Gemeindechef im nordrhein-westfälischen Dahlem. Gemeinsam mit der VG Obere Kyll bilden die Dahlemer den Verkehrsverein Oberes Kylltal. Und der dürfte ruhig noch mehr Mitglieder haben. Müller: "Mein Wunsch wäre, dass da der ein oder andere einmal in sich geht. Das würde uns ermöglichen, noch viel mehr zu tun." Genau so sieht es Werner Arenz, Vereinsvorsitzender und Bürgermeister der VG Obere Kyll: "Wir haben jede Menge Trittbrettfahrer, die von den Leistungen profitieren, ohne Mitglied zu sein." Arenz zählt das Leistungsspektrum auf: Versand von Angeboten, Kundenbefragungen, Messebesuche und das Schmieden von erfolgreichen Programmen wie dem Wandern ohne Gepäck. "Das war eine echte Marktlücke." Angesichts der Tourismus-Zahlen werde zudem deutlich, dass ein Jahresbeitrag von 50 Euro nicht zu hoch angesetzt sei. Beispiel Tourismus-Intensität - ein Wert, der sich aus dem Verhältnis zwischen Einwohnern und Übernachtungszahlen errechnet: Im Oberen Kylltal ist er doppelt so hoch wie im gesamten Gebiet der Eifel-Tourismusgesellschaft - und übertrifft den Wert für Rheinland-Pfalz sogar um mehr als das Sechsfache. Etwa 4500 Betten gibt es im Oberen Kylltal, davon etwa ein Viertel im Landal Green Park bei Stadtkyll, der auch die meisten der Gäste beherbergt. Auf die rund 13 500 Einwohner im Oberen Kylltal kommen jedes Jahr etwa 130 000 Besucher. Sie übernachten rund 466 000 Mal in der Region und liefern jährliche Netto-Umsätze von fast 40 Millionen Euro. Tagesausflügler nicht mitgerechnet, die aber bei ihren Ausflügen rund 20 Euro pro Person ausgeben. Davon profitieren neben den direkten touristischen Anbietern in zweiter Linie auch die Zulieferer und weiteren Dienstleister - vom Bäcker bis zum Metzger oder dem Supermarkt. Andreas Wisniewski, Geschäftsführer des Verkehrsvereins mit Sitz in der Stadtkyller Marktscheune: "Es ist ganz einfach: Der Tourismus schafft und erhält Arbeitsplätze in der Region. Die haben wir vor der Haustür - und das ist unsere Chance." "Wir können doch gar nicht anders, als das weiter zu verfolgen", sekundiert Reinhold Müller. "Glauben Sie, im Bereich Jünkerath-Dahlem und Blankenheim würde es sonst so viele Einkaufsmärkte geben? Das wäre doch sonst höchstens die Hälfte."Die nächsten Pläne sind in Arbeit

Deshalb werden nicht nur weitere Angebote entwickelt - wie aktuell die "Eifeler Quellentour" - sondern auch noch stärkere Bündnisse geschmiedet. Und die dürfen dann auch schon einmal über das Gebiet der Oberen Kyll hinausreichen. Beispiel: Die "Touristische Arbeitsgemeinschaft", gemeinsam mit den NRW-Gemeinden Blankenheim und Nettersheim, durch die die Quellentour führen wird. Im Hintergrund drehen die Verantwortlichen indessen an einem noch größeren Rad: Der "Eifelsteig", ein geplanter Wanderweg von Trier bis hinauf nach Aachen. Müller: "Derzeit werden alle Wanderwege dafür auf ihre Tauglichkeit geprüft. Wir hoffen natürlich, dass der Eifelsteig dann auch durch unser Gebiet führen wird."