Und jetzt auf einmal doch

Mit Spannung erwartet: Lange hat es gedauert, nun liegen nach der Plan-Pleite neue Beschluss-Unterlagen für das am Rautenberg seit Jahren geplante Fachmarkt-Zentrum vor. Heute berät darüber Bitburgs Bauausschuss, der das Projekt zuletzt Ende 2007 wegen mangelhafter Planung auf Eis legte und den Investor nacharbeiten ließ.

Bitburg. (scho) Der Wind hat sich nach anfänglicher Begeisterung für das Rautenberg-Zentrum längst gedreht. Höhepunkt der nunmehr mehr als vier Jahre währenden Planerei für das Fachmarkt-Zentrum, das als Ergänzung zum Innenstadt-Sortiment am Rande der Fußgängerzone großflächigem Einzelhandel ein Dach geben soll, war die Plan-Pleite Ende 2007. In den Unterlagen, die Projektentwickler Jürgen Kramp aus Drolshagen dem Bauausschuss damals vorgelegt hat, war unter anderem das Neubaugebiet, das zusammen mit dem Fachmarkt-Zentrum entwickelt werden soll, völlig unter den Tisch gefallen. Zudem herrschte bei Bauausschuss-Mitgliedern wie den zahlreich erschienenen Bürgern und Kaufleuten große Verwunderung, warum die Anregungen und Bedenken im Rahmen des Plan-Offenlegungsverfahrens vorgebracht worden waren - und nicht, wie üblich, einzeln tabellarisch aufgelistet zur Abstimmung in die Unterlagen eingearbeitet worden waren. Mit den für "mangelhaft" befundenen Unterlagen wurde Kramp ohne Beschluss wieder zurückgeschickt.

Seither wartet Bitburg mit Spannung auf eine säuberlich vorbereitete Planung, die Kramp zunächst für Ende 2008 angekündigt hat. Doch dabei blieb es. In der Zwischenzeit formierte sich parteiübergreifender Widerstand gegen das 20-Millionen-Euro-Projekt. Unter anderem, weil die Verkehrs-Situation nicht zufriedenstellend geregelt ist und es mit Postplatz, Beda-Platz und Müller-Flegel-Gelände alternative Standorte für Einkaufszentren gibt, die die Innenstadt eher stärken würden (der TV berichtete). Als es Ende 2008 immer noch keine neuen Beratungsunterlagen gab, machte sich quer durch alle Fraktionen Ungeduld breit.

Heute startet Projektentwickler Kramp einen zweiten Anlauf - 60 Seiten für das nördlich der Neuerburger Straße geplante Neubaugebiet und noch mal mehr als 150 Seiten für das Rautenberg-Zentrum selbst. Wegen der Menge der durchzuarbeitenden Unterlagen beantragte die Grünen-Fraktion bereits im Vorfeld der heutigen Sitzung, das Thema zu vertagen - doch es wird verhandelt. Die Anwohner machen mit einem Flugblatt auf die heutige Bauausschuss-Sitzung (17 Uhr, großer Sitzungssaal, Rathaus) aufmerksam - schließlich galt es für den Projektentwickler, eine Flut von Anregungen und Einwänden in der Neuplanung zu berücksichtigen.

Wesentlich Neues: Die Verkaufsfläche soll von mehr als 10 000 auf 8900 Quadratmeter reduziert werden. Ins Zentrum sollen mehr Textilien, weniger kleinflächiger Einzelhandel. Eventuell ist an einen Hotel-Betrieb gedacht. Die Pläne werden wegen der Änderungen erneut ausgelegt für Einwände und Anregungen.

Meinung

Nichts übers Knie brechen

Was lange währt, wird nicht zwangsläufig auch gut. Durchdachter als vor einem guten Jahr sind die Pläne für das Rautenberg-Zentrum inzwischen zwar schon, aber das ist angesichts der Plan-Pleite auch nicht schwer. Ob sie den Ratsmitgliedern ausreichend durchdacht erscheinen, wird die heutige Bauausschuss-Sitzung zeigen. Die dürfte spannend werden. Schließlich geriet das 20-Millionen-Euro-Projekt zuletzt parteiübergreifend in die Schusslinie. Beruhigend ist, dass das große Zentrum nun nicht übers Knie gebrochen wird, sondern die Pläne nochmals öffentlich ausgelegt werden. d.schommer@volksfreund.de