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Stadtentwicklung: Und weiter im Programm

Stadtentwicklung : Und weiter im Programm

Welche Geschäfte auch immer in die Bit-Galerie einziehen werden: Ein Kino soll es in der Einkaufspassage auf jeden Fall geben.

Wenn alles läuft wie geplant, dann wird für Wittlicher Kinofreunde zum Jahresende eine lange Durststrecke enden. Vor etwas mehr als neun Jahren wurde das alte Kino in Wittlich geschlossen. Seitdem gibt es in der Säubrennerstadt kein Lichtspielhaus mehr. Aber bevor sich dieser für Cineasten traurige Tag zum zehnten Mal jährt, soll endlich ein Ersatz geschaffen werden. In Nähe der Veranstaltungshalle Eventum wurde kürzlich mit dem Bau eines neuen Kinos begonnen (der TV berichtete). Errichtet werden fünf Kinosäle – allesamt mit modernster Technik ausgestattet. So ist zumindest der Plan des Investors Kurt Römer.

Ursprünglich kalkuliert waren für dieses Projekt in Wittlich 3,5 Millionen Euro. Inzwischen aber liegt das Bauvolumen bei rund fünf Millionen Euro. In das Wittlicher Kino wird also weitaus mehr investiert als zunächst geplant. Was das mit Bitburg zu tun hat? Schließlich plant der gleiche Investor ja auch ein Kino in der Bit-Galerie. Ob er davon angesichts der Ausgaben in Wittlich nun absieht?

„Der Standort Bitburg ist nach wie vor im Gespräch und die Planungen sind unverändert“, sagt Kurt Römer, der gemeinsam mit seiner Frau den Kinopalast Vulkaneifel in Daun betriebt, derzeit das Kino in Wittlich errichtet und dann als nächstes Bitburg in Angriff nehmen möchte. Auch dort sollen – in der Einkaufspassage Bit-Galerie – fünf moderne Kinosäle entstehen.

Was für Römer den Standort Bitburg für ein neues Kino reizvoll macht, erklärt der Kinobetreiber wie folgt: „Die Stadt ist für uns allein schon durch die Kaufkraft für uns hochinteressant.“ Er sei überzeugt, dass ein Kino in dieser Größenordnung gut funktioniere. Und das auch unabhängig von der Tatsache, dass es in Bitburg bereits ein Kino gebe. Er wolle keine Konkurrenz, sondern ein zusätzliches Angebot schaffen, betonte Römer bereits vor zwei Jahren, als er die Pläne erstmals der Öffentlichkeit präsentierte (der TV berichtete).

Dass sich die beiden Kinos mit ihrem Programm nicht in die Quere kommen müssen, meint auch Heino Riewer, Betreiber des Skala-Kino-Centers, dem derzeit einzigen Kino in Bitburg. „Jede Woche gehen gut zehn neue Filme an den Start“, sagt Riewer. Von daher sei das Angebot durchaus ausreichend für zwei Kinos. Ob es die Menge der möglichen Kinobesucher auch ist, bezweifelt Riewer.

So habe sich das Besuchsverhalten in den vergangenen Jahren spürbar verändert. „Durch die Ganztagsschulen haben wir bei den Nachmittags-Vorstellungen in der Woche inzwischen deutlich weniger Gäste als zuvor“, sagt der Bitburger Kinobetreiber. Und die einst beliebten Spätvorstellungen seien inzwischen sogar weitgehend abgeschafft worden. Der Grund: Da es in Bitburg so gut wie kein Nachtleben mehr gebe, ziehe es junge Menschen am Wochenende abends auch weniger nach Bitburg, erklärt Riewer.

Für ihn jedenfalls seien die goldenen Zeiten des Kinos vorbei. Wobei Riewer auch einräumt, dass man sein Kino mit dem in der Galerie geplanten Projekt nicht vergleichen könne. „Unser Kino ist eben schon sehr alt“, sagt der Betreiber, und hier und da stünden auch kleinere Investitionen an. Er sei inzwischen 53 Jahre und habe davon Jahrzehnte in dem Familienbetrieb gearbeitet. „Ich denke, ich mache das noch zehn, vielleicht 15 Jahre, wenn alles gut läuft und dann ist irgendwann auch gut.“

Bis dahin soll in Bitburg – wenn denn alles nach Plan läuft – die Bit-Galerie samt dem neuen Kino längst eröffnet haben. Der Baubeginn des Großprojekts ist für kommendes Jahr anvisiert.