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Unfallbilanz der Polizeiinspektionen Bitburg und Prüm

Unfallstatistik : Mehr Unfälle aber weniger Verkehrstote im Eifelkreis Bitburg-Prüm

Im ersten Corona-Jahr 2020 ging die Gesamtzahl der Verkehrsunfälle deutlich zurück – kann dieser Trend im zweiten Pandemie-Jahr fortgesetzt werden? Nein, kann er nicht. Allerdings gibt es auch positive Entwicklungen zu beobachten.

Selten wurde ein Zahlenwerk zum Thema Verkehrsunfälle so gespannt erwartet, wie die Unfallstatistik für das zweite Pandemie-Jahr 2021. Zeigt sich weiter ein deutlicher Rückgang an Unfällen wie 2020? Leider kann das nur mit Nein beantwortet werden. Im Bereich der Polizeiinspektion (PI) Prüm stieg die Gesamtzahl der Verkehrsunfälle wieder deutlich an, auch im Bezirk der PI Bitburg wurden wieder mehr Verkehrsunfälle von der Polizei aufgenommen. Hier ein getrennter Blick auf die Zahlen beider Inspektionen

PI Prüm: Für das Jahr 2021 führt die Unfallstatistik der PI Prüm 1639 Verkehrsunfälle (2020: 1466) auf. Im Vergleich zum Jahr 2020 ist das ein sehr deutlicher Anstieg von 173 Unfällen und damit ein Plus um circa 11,8 Prozent (2020: -13,41 Prozent). Die Statistiker vermerken in ihrem Papier allerdings auch gleich den Grund für diese Entwicklung: „Der deutliche Anstieg steht im Zusammenhang mit den im Jahr 2020 ergriffenen Maßnahmen zur Bekämpfung der Corona-Pandemie.“ Die Unfallzahlen seien 2020 wegen des geringeren Verkehrsaufkommens deutlich zurückgegangen.

Die Zahl der Verletzten ist auf 200 gestiegen (2020: 185) – ein Plus von 8,1 Prozent . Drei Verkehrstote sind auf den Straßen der PI Prüm zu beklagen, zwei Menschen weniger als noch 2020 (5). 62 Unfallbeteiligte wurden schwer verletzt (2020: 59), 135 Menschen wurden bei einem Unfall leicht verletzt (2020: 121).

Die Polizeistatistik zeigt, dass besonders die Zahl der Unfälle innerhalb geschlossener Ortschaften von 493 im Jahr 2020 auf 586 im Jahr 2021 gestiegen ist (+ 18,86 Prozent). Außerhalb geschlossener Ortschaften gab es 1001 Unfälle (2020: 906) – ein Anstieg von 10,49 Prozent. Deutlich weniger häufig musste die Polizei zu einem Unfall auf der Autobahn ausrücken. Dort krachte es 51 Mal (2020: 76) – also 23,88 Prozent weniger als 2020.

Die Statistiker bemerken wie in den Vorjahren eine Häufung von Unfällen mit jungen Verkehrsteilnehmern. An 357 Unfällen waren Fahrer zwischen 18 und 24 Jahren beteiligt (2020: 281). Damit stieg der Anteil dieser Altersgruppe von 19,17 Prozent auf 21,78 Prozent). Sehr auffallend hier: Junge Fahrer waren an 53 Unfällen mit verletzten Personen beteiligt (2020: 32).

Leicht rückläufig ist die Zahl der Unfälle an denen Fahrer über 65 Jahren beteiligt waren. „Senioren waren 2021 an 225 (2020:  209) Verkehrsunfällen, folglich mit etwa 13,73 Prozent beteiligt; 2020 machten sie noch 14,26 Prozent aus. In 158 Fällen wurden die Senioren als Hauptverursacher geführt. Bei den Unfällen unter Beteiligung von Senioren wurde niemand getötet, 15 Personen wurden schwer und 25 Personen leicht verletzt.

Auffallend rückläufig ist die Zahl der Unfälle mit Zweirädern von 44 im Jahr 2020 auf 36 im Jahr 2021. Eine bestimmte Altersgruppe kristallisiere sich bei der Betrachtung aber nicht heraus. „Vielmehr verteilen sich die Unfallzahlen zu nahezu gleichen Teilen in die drei Altersgruppen der unter 18-Jährigen, der 18 bis 44-Jährigen und der über 45-Jährigen.“

Die Zahl der Wildunfälle ist im Bezirk der PI Prüm wiederum 705 weiter steigend (2020: 601). Sie machen 43,01 Prozent aller Unfälle aus (2020: 40,96 Prozent.

Eine der Hauptunfallursachen bleibt auch im Jahr 2021 laut Mitteilung der Polizei zu schnelles Fahren.  2021 wurden in 216 (2020: 211) Fällen Verstöße gegen die Geschwindigkeitsvorschriften als Unfallursache festgestellt. Dies entspreche einem Anteil von 13,17 Prozent an der Gesamtunfallzahl (2020: 13,17 Prozent). Der Anteil aller getöteten oder verletzten Personen liegt bei diesen Unfällen 2021 bei 47,5 Prozent (2020: 45,94 Prozent. „Somit ist die Ursache Geschwindigkeit signifikant für Unfälle, bei denen Menschen zu Schaden kommen.“

PI Bitburg: Die Unfallstatistik der PI Bitburg führt für das vergangene Jahr 2411 Verkehrsunfälle (2020: 2301) auf. Im Vergleich zum Vorjahr kann die PI Bitburg auf einen Rückgang der Verletzten blicken. Lag die Zahl 2020 noch bei 314 Verletzten, sank sie 2021 auf 256 und liegt damit 18,47 Prozent niedriger. Vier Menschen verloren 2021 bei einem Unfall ihr Leben (2020:3), 69 Menschen wurden schwer verletzt (2020: 65). Deutlich gesunken ist die Zahl der leicht Verletzten von 246 (2020) auf 183.

Häufigster Grund für einen Zusammenstoß war 2021 ein zu geringer Abstand zum vorweg fahrenden Wagen. 426 krachte es deswegen (2020: 390) auf den Straßen der PI Bitburg - ein Anstieg von 9,23 Prozent zum Vorjahr. Gestiegen ist die Anzahl an Unfällen bei denen berauschende Mittel im Spiel waren von 42 (2020) auf 50. Während die Gesamtzahl der Unfälle bei denen überhöhte Geschwindigkeit als Unfallursache aufgeführt werden kann auf 228 (2020: 267) gesunken ist, bleibt der Anteil der Raser bei Unfällen mit Personenschaden an der Spitze der Statistik mit 73 Unfällen - allerdings liegt sie zwölf Prozent niedriger als noch 2020 (83).

Wie im Bezirk der PI Prüm ist auch in dem der PI Bitburg der Anteil junger Fahrer an Verkehrsunfällen hoch. Sie waren mit 562 Unfällen an 23,3 Prozent beteiligt (2020: 542). Das entspricht einem Anstieg um 3,6 Prozent zum Vorjahr. In dieser Altersgruppe liegt auch die Zahl der Getöteten mit zwei jungen Fahrern bedauerlich hoch auf dem selben Niveau wie 2020.

Fahrer über dem 65 Lebensjahr waren an 228 Unfällen beteiligt (2020:317) - das entspricht einer Steigerung von 6,6 Prozent zum Vorjahr. Ein älterer Mensch dieser Gruppe wurde bei einem Unfall getötet. Die Zahl der Verkehrsunfälle mit Fahrern ab 75 Jahren ist leicht um 6,65 Prozent von 124 im Jahr 2020 auf 131 gestiegen. Ein Fahrer dieser Gruppe verlor sein Leben bei einem Unfall.

Erfreuliches ist in Sachen Unfälle mit Zweirädern zu beobachten: Sie sank auf 33 (2020: 38) und liegt damit 13,2 Prozent niedriger als im Vorjahr.

Ein weiterer Bericht folgt.