Ungekünstelte Frömmigkeit

Ungekünstelte Frömmigkeit

GEROLSTEIN. Gesungene Gebete und engagierte Orchestermusik: Unter der Leitung von Dekanatskantor Wolfgang Merkes fand auf Einladung der Volkshochschule Gerolstein in der St. Anna-Kirche ein "Geistliches Konzert zum Mozart-Jahr" statt.

Es ist Mozart-Jahr, und der Meister ist Konzertthema landauf, landab. Dass der Gerolsteiner Kirchenmusiker Wolfgang Merkes die geistliche Literatur Mozarts und seiner Zeitgenossen Quantz und Händel ins Auge fasste und daraus ein Programm komponierte, sich mit Sinfonieorchester und Vokalensemble sehr gut vorbereitete und regionale Solisten erster Güte verpflichtete, ließ einen strahlend-schönen Sonntag wunderbar ausklingen. Vor 250 Besuchern musizierten unter dem Dirigat des 47jährigen Wolfgang Merkes gerade mal 30 Frauen und Männer und füllten das Kirchenschiff mit Musik. Von Johann Joachim Quantz wurde das Konzert für Flöte und Orchester G-Dur gespielt, ganz dem galanten Stil des Komponisten entsprechend und ein dankbares Stück für alle Ausführenden, vorrangig für Mechthild Roller mit der Querflöte. Aus der liturgisch gebundenen Chormusik Wolfgang Amadeus Mozarts interpretierten Orchester und Sänger sowie Stephan Dümmer an der Orgel die "Missa brevis et solemnis C-Dur": nichts Pathetisch-Gewichtiges in Kyrie, Gloria, Credo, Sanctus, Benedictus und Agnus Dei, sondern wunderbares Beispiel ungekünstelter Frömmigkeit. "Sie singt wie ein Engel," sagte Zuhörerin Dorothee Brauns aus Gerolstein am Ende des Konzerts. Sie meinte Birgit Gibson mit ihrem leichten und klaren Sopran. Die Musikerin aus Feusdorf trug von Georg Friedrich Händel "Meine Seele hört im Sehen" sowie "Laudate Dominum" aus Mozarts "Vesperae solennes de confessore" vor. Sie spielt in Merkes' Sinfonieorchester zudem das Waldhorn und hat sich mit Konzertauftritten in der Region bereits einen Namen gemacht. Die Akustik und Atmosphäre der Kirche eigneten sich hervorragend für das Programm, erklärte sie und lobte den musikalischen Leiter: "Wolfgang Merkes ist sehr engagiert, mutig und motivierend." "Sehr gut gefallen" hat das Kirchenkonzert auch dem zwölfjährigen Jens Bruchertseifer aus Lissingen: "Wie in den großen Konzertsälen bei den berühmten Orchestern", sagte der Junge. Er erzählte: "Mein Papa ist im Vokalensemble, und ich bin seit zwei Wochen im Kirchenchor Birresborn." In dem vor gut einem Jahr gegründeten Sinfonieorchester sind nach wie vor noch "Planstellen" zu besetzen (Geigen, Celli, Oboe, Fagott). Die Proben sind samstags von 10 bis 12 Uhr im Pfarrheim Gerolstein. Kontakt: Wolfgang Merkes, Telefon 06591/983816.

Mehr von Volksfreund