Ungeplanter Boxenstopp

BITBURG. (uhe) Mit Vollgas ins Versäumnis: Die Kartbahn in der Bitburger Eissporthalle hat zwar Besucher, aber keine Genehmigung. Die Betreiber und die Kreisverwaltung haben sich jetzt auf einen Testbetrieb bis Ende März geeinigt.

"Meine Kollegen unterstellen den Betreibern der Bitburger Eissporthalle keine Böswilligkeit", sagt Rudolf Müller, Pressesprecher der Kreisverwaltung Bitburg-Prüm. "Die Geschäftsführerin hat es einfach nicht gewusst", sagt er, und die Sache sei inzwischen auch geklärt. Die Sache, das sind die drei Karts, die zweimal die Woche auf einem Parcours in der Bitburger Eissporthalle schlittern. Nachdem derTV in seiner Ausgabe vom vergangenen Dienstag über das neue Angebot der Eisbahn berichtet hatte, wurden Mitarbeiter des in der Kreisverwaltung ansässigen Landespflege-Umweltamtes hellhörig. "Aufgrund des Artikels haben meine Kollegen dann erst mal wegen einer Genehmigung nachgefragt", sagt Müller. Sie sei überrascht gewesen, als der Anruf kam, sagt Martha Degens, Geschäftführerin der Eissporthalle. "Nach deutschem Bundesemissionsschutzgesetz brauchen wir eine Genehmigung", sagt sie, und die habe die Eissporthalle nicht. Zwar seien die Karts, die vom Betreiber der Kart-Außenbahn auf dem Flugplatzgelände geliehen sind, entsprechend geprüft und genehmigt, "jedoch ist eine Genehmigung auch standortbedingt". Das heißt: Damit die Flitzer auf der glatten Fläche fahren dürfen, muss die gesamte Eiskartbahn zugelassen sein. "Allerdings entfällt die Genehmigungspflicht, wenn die Anlage nicht länger als zwölf Monate in Betrieb ist", sagt Müller, und da in Bitburg erst seit vergangenen November Karts auf dem Eis unterwegs sind, gilt der neue Programmpunkt noch bis zum Saisonende im März als Testbetrieb. Nur wenn die Eissporthalle im kommenden Winter das Angebot weiterführen möchte, muss es genehmigt werden. "Ein vereinfachtes Genehmigungsverfahren", sagt der Pressesprecher, "das nicht besonders aufwändig ist." Wenn das Gewerbeaufsichtsamt in Trier allerdings darauf besteht, müsse außerdem ein Lärmgutachten erstellt werden. Martha Degens will jetzt erstmal abwarten, wie der Kartbetrieb läuft. Sollte ein Gutachten nötig sein, so habe sie, abgesehen von den Kosten, keine Bedenken: "Die Abgase sind in der offenen Halle kein Problem, und die gedrosselten Karts sind bei weitem nicht so laut wie die Disko jeden Samstagabend."

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