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"Unglücklich" und "unpassend"

"Unglücklich" und "unpassend"

REGION. Die Diskussion ist entbrannt: Während die Dauner Kreistagsfraktionen hinter dem Vorstoß von Landrat Onnertz stehen, den Kreis Daun in "Vulkaneifelkreis" umbenennen zu wollen, hagelt es von außerhalb Kritik. Innenminister Bruch übt (noch) Zurückhaltung.

Zumindest für interessanten Gesprächsstoff beim aktuellen Landkreistag in Saarburg, wo sich die Landräte aus der Region über eine "Funktionalreform" unterhalten haben, hat Heinz Onnertz gesorgt. Seine vor wenigen Tagen geäußerte Idee, acht Jahre nach dem gescheiterten Versuch den Kreis Daun nun doch in "Vulkaneifelkreis" umbenennen zu wollen (der TV berichtete), war das Thema schlechthin. Doch während er "zu Hause" von politischer Seite bislang nur Unterstützung erfahren hat, äußerten sich seine Amtskollegen überwiegend kritisch, wenn auch meist zurückhaltend.Graef bleibt Fan von Großeifelkreis

Roger Graef, Landrat der Kreises Bitburg-Prüm, wollte angesichts der gegenwärtigen Diskussion über eine Funktionalreform kein Öl ins Feuer gießen und äußerte sich nicht zum Dauner Vorstoß. Er ließ aber durchblicken, dass sich an seiner Meinung nichts geändert habe. Graef hatte sich bereits vor geraumer Zeit als Befürworter eines Großeifelkreises geoutet. Deutlicher wurde Beate Läsch-Weber, Landrätin des Kreises Bernkastel-Wittlich. Sie sagte: "Ich halte den Vorstoß zum jetzigen Zeitpunkt für unglücklich und lehne ihn ab." Auswirkungen auf eine Verwaltungsstrukturreform werde er aber nicht haben. Läsch-Weber: "Grundlage einer Funktional- oder Gebietsreform ist immer eine an den Aufgaben der jeweiligen Gebietskörperschaften orientierte Analyse - und wird nicht an Begrifflichkeiten festgemacht." Auf die Frage des TV, ob eine Eingliederung der VG Manderscheid in einen künftigen Vulkaneifelkreis für sie denkbar sei, entgegnete die Verwaltungschefin: "Die VG Manderscheid hat enge wirtschaftliche Verflechtungen zum Landkreis Bernkastel-Wittlich, insbesondere zur Kreisstadt Wittlich. Dieser einheitliche Wirtschafts- und Sozialraum muss auch einheitlich bleiben." Überrascht hat Onnertz' Ankündigung auch weiter östlich. So sagte Albert Berg-Winters, Landrat des Kreises Mayen-Koblenz: "Wegen der möglichen Umbenennung wird kein Tourist weniger zu uns kommen." In Anspielung auf die Sehenswürdigkeiten wie dem Vulkanpark und dem "Lava-Dome" in Mendig gab sich Berg-Winters gelassen: "Andere Gebiete können mit unseren Attraktionen nicht mithalten." Erstaunt zeigte sich dagegen Guido Lotz, Marketingleiter der Vulkanpark GmbH, über den "Alleingang": "Vulkaneifel ist ein Name, der der gesamten Region zusteht", sagte er und fügte hinzu: "Wir wollten weg vom Kirchturmdenken, da macht so ein Vorstoß wenig Sinn."Eingliederung ist für Manderscheid kein Thema

Eine andere Meinung äußerte Alexander Saftig, Bürgermeister der VG Vordereifel: "Die Umbenennung würde die Marke Eifel noch bekannter machen, und das ist gut so." Schließlich sei auch die VG Vordereifel, ehemals Mayen-Land, den selben Weg gegangen. Für Mayens OB Günter Laux ist entscheidend, dass sich der Name nicht als trennendes Element zwischen den Kommunen entwickle. "Vielmehr sollte der Ansatz sein, dass man in der gesamten Vulkaneifel enger zusammenarbeitet", sagte Laux. Wolfgang Schmitz, Bürgermeister der VG Manderscheid, kritisierte: "Ich halte diesen Vorstoß für einen unpassenden Schnellschuss zu einem unpassenden Zeitpunkt." Laut Schmitz ist die VG Manderscheid, "bis vielleicht auf die nördlichen Randgebiete", der Stadt Wittlich beziehungsweise dem Landkreis Bernkastel-Wittlich zugeordnet, "und die Menschen fühlen sich hier auch sichtlich wohl". Wolfgang Schmitz: "Eine Eingliederung in einen Vulkaneifelkreis steht nicht zur Debatte." Hans-Werner Ehrlich, Bürgermeister der VG Ulmen, sagte: "Den Vorstoß sehe ich zurückhaltend." Zurückhaltung übte auch der rheinland-pfälzische Innenminister Karl-Peter Bruch, der über eine Namenänderung zu entscheiden hat, dem das Vorhaben bislang aber nur aus den Medien bekannt ist. Angesprochen auf die Chancen des Kreises Daun bei einem Neuzuschnitt innerhalb des Landes sagte er: "Sollte es eine Gebietsreform geben, kann doch der Name einer Gebietskörperschaft kein Kriterium sein." Liebe Leserinnen, liebe Leser: Sollte der Kreis Daun in "Vulkaneifelkreis" umbenannt werden? Mailen Sie uns Ihre Meinung an die Adresse eifel-echo@volksfreund.de. Bitte Namen und Anschrift nicht vergessen!