Eishalle in Bitburg : Unten kalt und oben nass

Um die Kondenswasser-Problematik in der Bitburger Eissporthalle in den Griff zu bekommen, will die Stadt nun die Möglichkeiten baulicher Veränderungen prüfen lassen.

Wenn größere Sanierungen anstehen oder aber den politisch Verantwortlichen erneut bewusst wird, mit welchen Kosten der betrieb und Erhalt städtischer Freizeiteinrichtungen verbunden sind, dann taucht sie immer wieder auf die Frage. Die Frage, ob sich die Verbandsgemeinden des Eifelkreises und auch der Kreis selbst nicht doch an diesen Ausgaben beteiligen müssten.

Zuletzt der Fall war das vor zwei Wochen in der Haushaltsrede von Marie-Luise Niewodniczanska. Das FDP-Stadtratsmitglied hatte auf die hohen Kosten für Cascade und Eissporthalle verwiesen und von der Verwaltung gefordert, in dieser Angelegenheit das Gespräch mit dem Kreis zu suchen. Nach Auffassung von Niewodniczanska kann es nämlich nicht sein, dass Bitburg in der gesamten Region die einzige Eissporthalle betreibt, die Kosten dafür aber komplett alleine stemmen muss.

Nun ist es aber nicht so, dass die Stadt das nicht schon versucht hätte: „Hinsichtlich einer interkommunalen Zusammenarbeit haben wir schon vor längerer Zeit entsprechende Kontakte zu den umliegenden Gebietskörperschaften aufgenommen“, erklärt dazu Werner Krämer, Pressesprecher der Stadtverwaltung. Allerdings hätten diese Gespräche nicht viel gebracht. Der Betrieb der Eissporthalle sei nun mal eine freiwillige Leistung, weshalb eine finanzielle Beteiligung nicht gefordert werden könne, so Krämer.

„Die Stadt Bitburg hält als Mittelzentrum kostenintensive Freizeiteinrichtungen wie zum Beispiel das Cascade oder die Eissporthalle für ihre Bevölkerung, aber auch für die Menschen aus dem ganzen Umland bereit“, sagt Krämer. „Und wenn die Menschen im Gegenzug gerne nach Bitburg kommen und so auch Handel, Gewerbe und Infrastruktur in ihrer Kreisstadt stützen, dann haben alle etwas davon.“

Die Eisporthalle tauchte in der jüngsten Sitzung des Stadtrats auch noch in einer weiteren Haushaltsrede auf. Und zwar in der von SPD-Fraktionssprecherin Irene Weber, die zudem Vorsitzende des Bitburger Eissportvereins ist. Was Weber beschäftigt, ist allerdings weniger die Kostenverteilung, sondern viel mehr der Zustand der Halle. Vor vier Jahren hat die Sportstätte ein neues Dach erhalten.

Und seitdem tropft Kondenswasser auf die Eisfläche. Ähnliche Probleme gab es zwar schon beim alten Hallendach, doch waren die bei weitem nicht so gravierend wie jetzt. Je höher die Außentemperatur ist, desto stärker tropft es. Im Grunde ist es so, also hätte man vergessen, die Kühlschranktür zu schließen. sUm das Problem in den Griff zu bekommen, regte die Vorsitzende des Eissportvereins deshalb an, das Gebäude komplett zu schließen, der rund 3000 Quadratmeter großen Halle also Außenwände zu verpassen. Damit die warme Luft nicht nach innen dringen kann.

Wie Krämer erklärt, wurde das auch bereits im Aufsichtsrat der für die Halle zuständigen städtischen Betriebs- und Verwaltungsgesellschaft Bitburg (BVB) angeregt. Und für Anfang 2019 sei auch geplant, die komplette Einhausung der Halle sowie den Einbau einer Entfeuchtungsanlage inklusive der damit verbundenen Kosten prüfen zu lassen.

Was das vor vier Jahren für mehr als eine Million Euro erneuerte Hallendach betrifft, so ist das langwierige Beweissicherungsverfahren inzwischen abgeschlossen. Mit Hilfe dieses Verfahrens sollte geklärt werden, ob das Kondenswasser-Problem auf einen Planungsfehler zurückzuführen ist. Nach Ansicht der Stadt ist es das. „In Sachen Dacherneuerung hat die Stadt Klage eingereicht“, sagt deren Pressesprecher. „Das Klageverfahren läuft.“

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