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Die 50er Jahre : Unterm Bett der Nachttopf

Die 50er Jahre : Unterm Bett der Nachttopf

Ein wunderschöner zottiger Teddy hat mich von klein auf begleitet. Ihn liebte ich über alles, und ihm hab ich alles erzählt. Mit vier oder fünf Jahren bekam ich meine erste Puppe. Sie hatte angedeutete Haare auf einem Porzellankopf und blaue Augen.

Oma hatte ihr Kleider gehäkelt, die ich wechseln konnte. Ich habe sie Lena genannt.

Als ich jung war, bekam ich Lebertran. Anfangs auf einem Löffel, stets mit den Worten: „Augen zu, schluck schnell runter.“ Das war das Schlimmste in dieser Zeit. Ekelig! Erst Ende der 50er Jahre wurde der Lebertran in Kapseln abgefüllt. Das war deutlich besser zum Schlucken.

Wir hatten kein Badezimmer. Samstags war Waschtag für die ganze Familie. Nacheinander! Für uns Kinder wurde die Küche abends angeheizt, eine Zinkwanne zwischen zwei Stühle gestellt in der wir nacheinander geseift und gewaschen wurden.

Im Bett lagen drei Matratzen und ein dickes Plumeau darauf. Manchmal wurde uns Kindern ein Backstein ins Bett zum Anheizen gelegt, denn eine Heizung gab es keine. Auch keine Toilette, wir hatten im Hof ein Plumpsklo und unter unserem Bett einen Nachttopf.

Ursula Burckhardt, Konz