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Unterschiedlich haben sich Städte seit 1815 entwickelt

Demografie : 200 Jahre, die die Region verändert haben

Wenn Marx überhaupt jemals in Bitburg, Wittlich, Daun oder einer anderen kleineren Stadt der Region Trier war, er würde kaum eine von ihnen heute wiedererkennen.

Als Karl Marx vor 200 Jahren in Trier das Licht der Welt erblickte, sah die Region mit den heutigen Landkreis Vulkaneifel, Bernkastel-Wittlich und Bitburg-Prüm noch ganz anders aus.

Auch die größeren Städte waren zur Zeit um den Wiener Kongress 1815, mit dem die Herrschaft Napoleons endgültig endete, vergleichsweise winzig. Der wichtigste Verkehrsweg war um das Geburtsjahr von Karl Marx (1818) die Mosel, die dafür sorgte, dass die Städte am Fluss damals deutlich besser gediehen als die in der Eifel.

So war Bernkastel-Kues nach Trier, das 1815 mit 18 200 Einwohnern etwa so viele Bürger beheimatete wie Wittlich heute, die zweitgrößte Stadt der Region, gefolgt von Traben-Trarbach. Prüm war damals etwas größer als Bitburg, und Daun kleiner als Gerolstein.

In den vergangenen 200 Jahren hat sich die Situation komplett gewandelt. Eisenbahn, Autobahnen, Industrialisierung begünstigten geografisch andere Bereiche. Zwar sind in dieser Zeit alle genannten Städte gewachsen.

Allerdings sind Wittlich und Bitburg geradezu explodiert und liegen inzwischen mit weitem Abstand an der Spitze. Die hinteren Plätze im Einwohner-Ranking nach den Zahlen des  Statistisches Landesamts Rheinland-Pfalz  belegen nun die einstigen Spitzenreiter Bernkastel-Kues und Traben-Trarbach, hinter denen sich nur noch Prüm einreiht.

Auch Trier hat sich rasant entwickelt: Das unbestrittene Zentrum der Region beherbergt inzwischen 114.000 Menschen.

Es ist nicht verbrieft, ob Marx jemals in Bitburg, Wittlich, Daun, Bernkastel-Kues oder einer anderen kleineren Stadt der Region war. Bei allen prognostischen Möglichkeiten seiner Theorie würde er aber sicher kaum seine Heimatstadt und noch weniger die Region zwischen Eifel, Mosel und Hunsrück auf Anhieb wiedererkennen.