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Unterstützung auf dem Weg zum Impfen bieten Ehrenamtler und Kommunen

Corona-Pandemie : Nicht mobile Impfwillige können im Eifelkreis auf verschiedene Hilfsdienste setzen

Im Eifelkreis ist die Immunisierung angelaufen. Wer nicht mobil genug ist, um selber zum Impfzentrum zu fahren, ist nicht auf sich allein gestellt. Kommunen und auch Ehrenamtler bieten verschiedene Fahrdienste an.

Das Impfzentrum des Eifelkreises hat am Freitag, 7. Januar, seine Arbeit aufgenommen (der TV berichtete). Seitdem dort die Immunisierung gegen das Coronavirus angelaufen ist, wenden sich immer mehr Hilfesuchende an die Kreisverwaltung, weil sie nicht wissen, wie sie das Zentrum erreichen können. Zahlreiche Anfragen von Impfwilligen seien eingegangen. Die Hilfesuchenden seien in ihrer Mobilität eingeschränkt und fragten nach Möglichkeiten, um zum Impfzentrum zu kommen, teilt das Presseamt des Eifelkreises mit.

Zwar muss rein rechtlich gesehen eigentlich jeder selber dafür sorgen, zum Impfzentrum zu gelangen, doch die rechtliche Theorie kollidiert hier mit der Realität. „Vielen Bürgerinnen und Bürgern über 80 Jahren ist dies jedoch nicht möglich, da sie keine entsprechende Hilfe von Verwandten, Freunden oder Nachbarn in Anspruch nehmen können“, fasst das Presseamt in einem Informationsschreiben die Ausgangslage zusammen. Doch im Eifelkreis wird niemand allein gelassen, denn auch in dieser schwierigen Zeit der Pandemie können die Eifeler auf viele kreative Angebote und auf starke ehrenamtliche Strukturen in der Region setzen.

Zunächst gibt es da den offiziellen Weg der Krankenbeförderung, die Impfung gegen das Coronavirus ist nämlich eine Leistung der Krankenkassen, und unter bestimmten Voraussetzungen gibt es Unterstützung beim Transport. Der Spitzenverband „Bund der Krankenkassen“ empfiehlt deswegen, auch die Fahrkosten zum Impfzentrum für manche gesetzlich Versicherten wie Inhaber von Schwerbehindertenausweisen (mit den Merkzeichen aG, H oder Bl) oder auch Menschen mit einem Pflegegrad 4 und 5 (und 3 mit Mobilitätseinschränkung) zu übernehmen.
Laut Kreispresseamt haben die rheinland-pfälzischen Krankenkassen bereits angekündigt, dieser Empfehlung zu folgen. Um ein Taxi oder ein anderes medizinisches Transportmittel nutzen zu können, muss ein behandelnder Arzt  den Transport verordnen – umgangssprachlich wird ein sogenannter „Taxischein“ ausgestellt.

Ebenfalls Anspruch auf die Erstattung von Fahrkosten haben Versicherte, die sich seit längerer Zeit in einer ambulanten Behandlung befinden. Auch diese Krankenbeförderung muss vom Hausarzt verordnet werden.

Aber auch wenn keine medizinischen Gründe bestehen, die eine Übernahme der Fahrtkosten rechtfertigen, gibt es verschiedene andere Möglichkeiten, eine Fahrt zum Impfzentrum zu organisieren.

„Es ist davon auszugehen, dass dem Großteil der Bevölkerungsgruppe über 80 Jahren eine Fahrt zum Impfzentrum entweder selbst oder mit Hilfe anderer ins Impfzentrum möglich ist. Diese Möglichkeit sollte auch unbedingt vorrangig genutzt werden“, merkt das Presseamt in einer Mitteilung an. Wo dies nicht möglich sei, könne aber vor Ort auf unterschiedliche Unterstützungsangebote gesetzt werden.

Einige Verbandsgemeinden und auch die Stadt Prüm bieten zum Beispiel kommunale Fahrdienste mit dem Bürgerbus sowie Hilfe bei Fragen rund um die Impftermine an (siehe Info). In vielen Gemeinden haben sich zudem ehrenamtliche Fahrdienste etabliert, die bei der Fahrt zum Impfzentrum helfen.

Auch die Erreichbarkeit des Impfzentrums mit dem öffentlichen Personennahverkehr ist mittlerweile verbessert worden. Für die Buslinien 402 und 428, die montags bis freitags im Stundentakt vom Bitburger Stadtzentrum zum Gewerbegebiet Flugplatz fahren, wurde inzwischen eine Haltestelle in Höhe des Impfzentrums eingerichtet.

Mit all diesen Möglichkeiten sollte das Zentrum weitestgehend für jeden erreichbar sein. „Dank der vielfältigen Angebote und der bestehenden Strukturen der ehrenamtlichen Initiativen sollte es machbar sein, allen impfwilligen Personen der priorisierten Bevölkerungsgruppe einen Transport zum Impfzentrum zu ermöglichen“, merkt das Presseamt abschließend in seinem Schreiben an.

Bevor Besucher allerdings das Impfzentrum aufsuchen können, müssen sie über die zentrale Impfhotline des Landes einen Termin ausgemacht haben. Sie ist unter Telefon 0800/5758100 montags bis samstags, von 7 bis 23 Uhr, sowie sonn- und feiertags, zwischen 10 und 18 Uhr, erreichbar.

Besucher des Impfzentrums werden übrigens gebeten, möglichst pünktlich – frühestens jedoch 30 Minuten vor ihrem  Termin – zu erscheinen. Das soll Ansammlungen und Wartezeiten vorbeugen.