Unterwegs mit dem Mähdrescher

Unterwegs mit dem Mähdrescher

Das Leben eines Landwirtes kann gerade in der Erntezeit ziemlich anstrengend sein. Es gibt viel zu tun. Und dabei müssen sich die Landwirte nach dem Wetter richten. Vor dem Regen muss das Getreide rein. Der TV begleitet Thomas Neises aus Idenheim mit seinem Mähdrescher aufs Feld.

Thomas Neises bei der Arbeit: Ab und zu muss auch mal Hand angelegt werden. TV-Fotos (3): Oliver Drautzburg. Foto: Oliver Drautzburg (od) ("TV-Upload Drautzburg"
Ausblick vom Mähdrescher: überall Getreide. Foto: Oliver Drautzburg (od) ("TV-Upload Drautzburg"

Idenheim/Oberkail. Bahn für Bahn drescht Thomas Neises die restliche Sommergerste am Heidehof in Oberkail. Der riesige Mähdrescher bietet im Steuerraum Platz für zwei - und bietet somit auch einen eher ungewöhnlichen Raum für ein Interview.
Anders als draußen auf dem Feld, wo die Hitze drückt, ist der Innenraum der Maschine angenehm klimatisiert und das Dröhnen des Motors stark reduziert.
Neises, der an diesem Tag seinen vorerst letzten Mähdrescher-Einsatz fährt, sagt: "Das war ein hartes Jahr." Bei dem Getreide sei man noch mit einem "blauen Auge" davongekommen. Bei der Grünernte wäre der Schaden jedoch enorm. Mehr als 50 Prozent habe er durch die Trockenheit sowie eine Mäuseplage eingebüßt. Für den Erntevorgang ist das gute Wetter jedoch optimal, weshalb man "zügig durchgekommen" sei.
Derweil hat der Landwirt bereits ein Feld komplett abgeerntet. Der Mähdrescher sei einer der größten in dieser Region, was man auch am Arbeitstempo merkt. Gut vier Hektar schafft die Maschine in der Stunde.
Die Größe habe aber auch ihre Nachteile, meint Neises, vor allem bei Fahrten auf normalen Land- und Bundesstraßen. Dank einer Genehmigung darf er diese mit dem Mähdrescher nutzen. Hinter ihm staut sich dann ein Autokorso. "Ich verstehe zwar, dass das für manche Autofahrer ärgerlich ist", sagt Neises, aber er appelliert auch an deren Verständnis. "Wir versuchen ja, nicht zu den Hauptverkehrszeiten zu fahren, und fahren schon so weit rechts ran, wie es nur geht, um das Überholen zu ermöglichen", sagt Neises, der es schade findet, dass dennoch einige Autofahrer unverständnisvoll und respektlos reagieren. Neises: "Was sollen wir machen? Das ist unsere Arbeit."
Besonders stolz ist Thomas Neises auf seinen Hof: 170 Kühe, rund 200 Hektar Land und drei fest angestellte Arbeiter. Seine Maschinen seien das ganze Jahr im Einsatz, da er sie auch außerbetrieblich beispielsweise auf Baustellen einsetzt. Das ist für den Landwirt ein "zusätzliches Standbein".
Ideen für die Zukunft hat er durchaus. "Aber gerade wegen der schlechten Erntesaison muss ich solche Überlegungen nun erst mal aus finanziellen Gründen hinten anstellen", sagt Neises, der seinen Beruf aber trotz aller Schwierigkeiten schätzt.
Vor allem die familiäre Umgebung sei ein riesiger Vorteil, findet der Idenheimer Landwirt. Er verbringt die meiste Zeit zu Hause, auf seinem Grundstück und sieht seine Kinder aufwachsen. "Der Zusammenhalt ist nicht immer einfach, aber Voraussetzung für den Erfolg eines so großen Betriebs", sagt Neises, der es zudem schätzt, dass sein Beruf vielfältig ist und nie langweilig wird. Natürlich gebe es auch Tage, an denen man von sieben Uhr morgens bis tief in die Nacht am Arbeiten sei, aber der Job erfordere eben viel Herzblut und Disziplin.
In Sachen Zukunftsgestaltung wäre Neises zwar sehr froh, falls einer seiner Söhne den Betrieb übernehmen würde, lässt diesen bei der Berufswahl jedoch freie Hand. Er findet: "Das Wichtigste bei der Berufswahl ist doch, dass man etwas findet, das einem Spaß macht."