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Unterwegs mit voller Dröhnung

Unterwegs mit voller Dröhnung

BITBURG. Hoch ist die Dunkelziffer der Unfälle, bei denen Drogen im Spiel waren. Die Beamten der Bitburger Polizei wurden und werden deshalb im schwierigen Unterfangen geschult, den Missbrauch von Haschisch & Co. zu erkennen. Zudem wollen die Beamten bei Großveranstaltungen verstärkt Autofahrer kontrollieren.

Pupillengröße, Aussprache oder Stimmung. All diese Indikatoren können Rückschlüsse darauf geben, ob ein Unfallteilnehmer von Drogen benebelt ist. All zu oft bleibt der Drogenmissbrauch aber unerkannt. "Eine offizielle Zahl geht von einer Dunkelziffer von 75 Prozent aus", sagt Polizeihauptkommissar Klaus Schnarrbach von der Polizei-Inspektion Bitburg. Er und seine Kollegen - nicht nur im Altkreis Bitburg - tun sich schwer daran, den Missbrauch von Verkehrsteilnehmern zu erkennen. Das bedeutet aber nicht, dass die Polizei dies nicht ändern will. In Bitburg werden Beamte auf das Erkennen von Drogenmissbrauch trainiert. In den vergangenen Jahren wurden jeweils zwischen zwei und vier Fahrer unter Drogen erwischt. Die Zahl der Ertappten soll steigen. Die Zahl der erkannten alkoholisierten Fahrer wird trotzdem um eine Vielfaches höher liegen.Mehr Kontrollen im Südkreis

Für die Polizei sind Drogen am Steuer ein relativ neues Thema. Landesweit wurden 2003 insgesamt 80 Fälle registriert. Im vergangenen Jahr - offizielle Zahlen liegen noch nicht vor - ist die Zahl auf mehr als 400 angestiegen. Dass Autofahrer nach dem Genuss eines Joints oder einer Ecstasy-Pille überhaupt erwischt werden, hat auch mit einem Fragebogen zu tun. Darin wird das Verhalten der Unfallbeteiligten festgehalten. Die Art der Reaktion, die Aussprache oder die Art des Gangs können Anhaltspunkte dafür sein, dass die Fahrtüchtigkeit aufgrund von Rauschmitteln beeinträchtigt war. All diese Beobachtungen sind aber nur Hilfsmittel. Allein ein Bluttest kann Klarheit bringen, ob nicht eine (legale) Droge mit im Spiel war. "In Verdachtsfällen wurden häufig neben Alkohol auch andere Drogen festgestellt", sagt Schnarrbach. Oft unterbleibt aus Kostengründen jedoch ein Test auf verschiedene Drogen. Schließlich kostet solch ein Generaltest viel mehr Geld als ein Test nur auf Alkohol- oder nur auf Cannabiskonsum. All die Bemühungen der Beamten führen auch beim Nachweis von Drogen am Steuer nicht unweigerlich dazu, dass der Führerschein verloren geht. Denn Gerichte haben entschieden, dass Drogenmissbrauch nicht zwangsläufig zur Fahruntauglichkeit führt. Zudem gibt es - anders als beim Alkohol - keine Grenzwerte, ab denen ein Fahrer nicht mehr hinters Steuer darf. Diese Schwierigkeiten sind den Beamten aus Bitburg wohl bekannt. Sie führen aber nicht dazu, dass die Polizisten leichtsinnige Verkehrsteilnehmer nicht davon abhalten wollen, betrunken oder bekifft am Straßenverkehr teilzunehmen. Deshalb wird es in diesem Jahr mehr groß angelegte Verkehrskontrollen geben als im Vorjahr, kündigt Polizeihauptkommissar Schnarrbach an. Normalerweise gäbe es drei bis vier Großkontrollen an neuralgischen Terminen wie an Fastnacht. In diesem Jahr sollen es rund ein Dutzend werden. Laut Schnarrbach zeigten solche Kontrollen Wirkung. So sei beispielsweise die Zahl einkassierter Führerscheine im Rahmen der Fastnacht in Mettendorf von 14 im ersten Jahr der Kontrollen auf vier im vergangenen Jahr zurückgegangen.