Uran im Wasser, Radon im Keller

Im Bitburger Trinkwasser ist mehr Uran, in Bitburger Kellern potenziell mehr Radon als an vielen anderen Orten des Landes. Birgt dies in Kombination ein höheres Risiko? Laut Umweltministerium nicht. Der TV ist der komplexen Materie auf den Grund gegangen.

Bitburg. Bitburger Trinkwasser weist mit 0,012 Milligramm pro Liter (zwölf Mikrogramm) die zweithöchsten Uran-Gehalte in Rheinland-Pfalz auf. Dies hatte das Landesuntersuchungsamt bei Analysen festgestellt. Wie die "Radon-Karte" des Bundesamtes für Strahlenschutz zeigt, ist auch die Radon-Konzentration in der Eifeler Bodenluft höher als an vielen anderen Orten Deutschlands. Wie wirkt sich dies in der Kombination aus, besteht dadurch ein erhöhtes Risiko für die Bevölkerung? Diese Frage hat der Bitburger Kommunalpolitiker Stephan Garçon (SPD) aufgeworfen. Eine knifflige Frage, die sich nicht in drei Sätzen beantworten lässt:Uran: Uran ist ein natürlich vorkommendes, radioaktives Schwermetall. In Bitburg sind die Uran-Werte im Trinkwasser höher als in den meisten rheinland-pfälzischen Städten. Wie das Umweltministerium mitteilt, liegt dies an lokalen Vorkommen magmatischer Gesteine im Untergrund. Das Problematische am Uran ist allerdings nicht seine Radioaktivität. "Uran ist für uns von nicht allzu großer Bedeutung", sagt Dr. Klaus Gercke vom Bundesamt für Strahlenschutz. Gefährlich daran sei die chemische Toxizität. Es wirke als Schwermetall: In größeren Mengen eingenommen, könne es zu Nierenschäden führen.Doch wie gefährlich ist die Situation in Bitburg? "Ich sehe derzeit keinen Handlungsbedarf", sagt Rolf Heckemanns, Leiter der Bitburger Stadtwerke. Einen Grenzwert für Uran im Trinkwasser gibt es nicht - doch er verweist auf einen Leitwert der Weltgesundheitsorganisation WHO (siehe Extra), der bei 15 Mikrogramm liegt und damit über den in Bitburg gemessenen Werten. Derzeit weise nur das Wasser des Tiefbrunnens am Königswäldchen die erhöhten Uran-Werte auf. Womöglich werden auch die des zweiten Tiefbrunnens, der derzeit dort entsteht, ähnlich sein. An den Tiefbrunnen Steinebrück und Mötsch werden unterdessen sehr viel niedrigere Werte gemessen (0,8 bis 1,1 Mikrogramm). In der Antwort der Stadt heißt es: "Durch Mischen des Wassers im Rohrnetz aus allen drei Wasserwerken werden niedrigere Werte (unter zehn Mikrogramm) an den Netz-Probenahmestellen erreicht, so dass nach derzeitigen Empfehlungen des Umweltbundesamtes und der WHO keine geltenden Leit- oder Richtwerte überschritten werden und damit keine Gefährdung der Bevölkerung durch Uran im Trinkwasser befürchtet werden muss." Der Norden Bitburgs hat Heckemanns zufolge dennoch höhere Uran-Konzentrationen im Trinkwasser als der Süden. Die Stadt sei dabei zu prüfen, wie sich der Uran-Gehalt des Wassers senken lässt - für den Fall, dass bei der anstehenden Novellierung der Trinkwasser-Richtlinie ein Grenzwert eingeführt wird (siehe Extra). Radon: Radon ist ein radioaktives Edelgas. Es entsteht durch den Zerfall von Radium, kommt natürlich vor und hat weder Geruch noch Farbe oder Geschmack. "Für das Trinkwasser hat Radon keine Bedeutung", sagt Rolf Heckemanns. Denn es werde bei der ohnehin üblichen Reinigung des Wassers mit entfernt.Gefährlich kann es allerdings werden, wenn man Radon in größeren Konzentrationen einatmet: Nach dem Rauchen gilt dies als wichtigste Ursache für Lungenkrebs. Zu solchen Konzentrationen kann es vor allem dann kommen, wenn das Gas über Gestein und Boden in Häuser eindringt und sich in schlecht belüfteten Räumen sammelt. Wie die Radon-Karte des Bundesamtes für Strahlenschutz zeigt, gibt im es Untergrund der Eifel geologisch bedingt mehr Radon als in anderen Regionen - und damit potenziell auch mehr davon in den Eifeler Kellern. "Durch geeignete Lüftung kann ein mögliches Risiko gering gehalten werden", heißt es vom Umweltministerium. Im Hinblick auf Stephan Garçons Frage zieht das Ministerium folgendes Fazit: Eine Kombination der Risiken Uran und Radon führe zu keiner Änderung der Risikobewertung.