Usch und Zendscheid machen Fusion perfekt

Usch und Zendscheid machen Fusion perfekt

Die Fusion der Verbandsgemeinden Bitburg-Land und Kyllburg zur neuen VG Bitburger Land kommt. Nachdem in Bitburg-Land bereits die nötige Mehrheit der Orte zugestimmt hat, steht diese Mehrheit nun auch beim Partner: Usch und Zendscheid haben die Verwaltungshochzeit im Kyllburger Land klargemacht.

Bitburg/Kyllburg. 72 Dörfer wird die neue Verbandsgemeinde Bitburger Land zählen, die durch den Zusammenschluss von Bitburg-Land und Kyllburg zum 1. Juli 2014 entsteht. In der neuen Verbandsgemeinde (VG) wohnen dann rund 25 000 Menschen. Die Fusion ist unter Dach und Fach. Nachdem in der VG Bitburg-Land inzwischen bereits 33 Orte der Fusion zugestimmt haben - nur Mülbach lehnte ab - stand dort die nötige Mehrheit bereits vergangene Woche fest. Nun ist die Sache auch im Kyllburger Land klar.
Kommunal Reform


Dort hat als Elfter der 21 Orte am Donnerstagabend das 67-Seelen-Dorf Usch zugestimmt, gefolgt von dem 135-Einwohner-Ort Zendscheid auf Position zwölf. In den zwölf Pro-Fusions-Gemeinden der VG Kyllburg leben zusammen 4581 der insgesamt 7914 Einwohner. Damit ist die Voraussetzung für einen Zusammenschluss auf freiwilliger Basis erfüllt.
Wie nun die beiden größten Orte der VG Kyllburg - Badem und die Stadt Kyllburg - entscheiden, spielt keine Rolle mehr. "Die haben sich selbst aus dem Spiel gebracht", sagt Hermann Brück, Ortsbürgermeister von Usch. Sein Rat hat einstimmig für die Fusion die Hand gehoben. Die mancherorts als ungerecht empfundene gesplittete Umlage, nach der die Kyllburger Orte 46,5 Prozent, jene in Bitburg-Land 44 Prozent an die neue VG zahlen, war in Usch kein Thema. "Unsere Verbandsgemeinde ist ja auch wesentlich höher verschuldet als Bitburg-Land", sagt Brück und argumentiert weiter: "Wenn wir nicht freiwillig fusionieren, gibt es eine Zwangsfusion unter Verzicht auf die Hochzeitsprämie von rund drei Millionen Euro. Das ist doch unverantwortlich."
Mit vier Ja- und zwei Nein-Stimmen hat am gleichen Abend auch Zendscheid für die Fusion votiert. "Ich habe empfohlen, dafür zu stimmen", sagt Ortsbürgermeister Bruno Kleis und ergänzt: "Unsere Bürger wollen die Fusion mit Bitburg-Land."
Zukunft in Speicher noch offen


Die gesplittete Umlage empfindet Kleis ebenfalls als nicht so dramatisch. "Wir zahlen genau den Umlagesatz, den wir auch unabhängig von der Fusion hätten zahlen müssen.
Zudem verbinde ich mit dem Zusammenschluss die Hoffnung, dass die Umlage langfristig gesenkt werden kann."
Bitburg-Lands Bürgermeister Josef Junk, der von Beginn an für den Zusammenschluss der beiden Verwaltungen geworben hat, sagt: "Es freut mich wirklich sehr, dass die Fusion auf freiwilliger Basis zustande kommt und die Mehrzahl der Orte im Kyllburger Land diese Entscheidung mitträgt." Sein Amtskollege Rainer Wirtz war gestern für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.
Was mit den Verbandsgemeinden Speicher und Irrel passiert, ist noch offen. Beide wurden vom Land für zu klein befunden, haben aber auf freiwilliger Basis keinen Fusionspartner gefunden. Junk sagt: "Ich hätte auch nichts dagegen, wenn die neue Verbandsgemeinde Bitburger Land noch größer wird." Junk hat zu Beginn der Debatte mit seinem Vorschlag einer großen Südeifel-VG für Furore gesorgt.Meinung

Führungsrolle verspielt
Zu erwarten wäre gewesen, dass die größten Orte im Kyllburger Land - Badem und die Stadt Kyllburg - gleich zu Beginn ihr Fähnchen in den Wind hängen und deutlich machen, ob sie für oder gegen den Zusammenschluss mit Bitburg-Land sind. Das hätte gerade in der Verbandsgemeinde Kyllburg, in der die die Fusion ja kontroverser diskutiert wird als beim größeren Partner, Signalwirkung gehabt. Doch diese Führungsrolle haben Badem und Kyllburg verspielt. Sie haben ihre Entscheidungen vertagt - und sind nun in der Situation, dass es keinen Unterschied mehr macht, ob sie Hü oder Hott sagen. Die Fusion wurde von den kleinen Orten Usch und Zendscheid besiegelt. Das ist das Ergebnis eines urdemokratischen Prozesses. Ein Ergebnis, das von Weitblick zeugt. Denn von einer größeren Verbandsgemeinde werden langfristig alle profitieren - auch die kleinen Orte, die das offenbar längst verstanden haben. d.schommer@volksfreund.de