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Vandalen verschaffen sich Zutritt zum Bedhard

Stadtentwicklung : Plünderer im Stadtwald

Immer wieder kommt es zu Vandalismus im Bedhard. Eine Schranke soll die Täter fernhalten. Nur steht die wohl an der falschen Stelle.

Ein Stoppschild steht im Walde – ganz still und stumm. Es wirkt wie ein Mahnmal. Als würde auf dem roten Blech stehen: „Bis hierhin und keinen Schritt weiter.“ Und direkt hinter dem Verkehrszeichen geht es auch nicht weiter. Die Straße endet im Zaun. Zwei Meter erhebt sich die Absperrung in die Höhe. An den Enden ist Stacheldraht befestigt. So manchen hat er dennoch nicht abgehalten.

Keine zwei Meter vom Stoppschild klaffte bei unserem letzten Besuch im Bedhard ein Loch im Zaun. Offenbar hatte jemand sich so Zutritt zum ehemaligen US-Militärgelände im Bitburger Stadtwald verschafft. Das war im Juli 2017. Inzwischen wurde sie geschlossen. Neue Drahtmaschen spannen sich über die Stelle. Doch nur ein paar Meter weiter findet sich ein neues Loch. Es ist gerade groß genug, um geduckt hindurch zu schlüpfen. Lange kann es nicht her sein, dass sich jemand hier illegal Zutritt verschafft hat. Im Schnee sind noch Fußstapfen zu erkennen, die zur Lücke im Zaun führen.

Dass es auf der anderen Seite der Absperrung noch etwas zu holen gibt, ist unwahrscheinlich. Die Hallen sind leer. Alles, was von wert ist, haben die Amerikaner wohl nach 2012 weggeschafft. Trotzdem scheinen Konversionsgebiete wie der Bedgard unbefugte Eindringlinge regelrecht anzuziehen. Auch der Bitburger Stadtförster Otmar Koch berichtet von Einbrüchen und Vandalismus auf dem Gelände.

Davon will das Bundesamt für Infrastruktur, Umweltschutz und Dienstleistungen der Bundeswehr, kurz: BAIUDBw, allerdings nichts wissen. Die Behörde verwaltet derzeit den ehemaligen amerikanischen Stützpunkt. Auf TV-Anfrage teilt ein Sprecher mit: „In der vergangenen zwölf Monaten hat die Bundeswehr keine Einbrüche auf der genannten Liegenschaft zur Anzeige gebracht.“ Die Zäune und Anlagen würden regelmäßig kontrolliert. Seit Ende November 2016 gebe es außerdem eine Schranke, die Autofahrer vom Gelände fernhalte.

Die weiß rote Schiene versperrt den Weg. Wer weiter zum Kern des Stützpunktes vordringen will, muss etwa zehn Minuten laufen. Der Fußweg soll Vandalen und Abfallsünder vom Bedhard fernhalten. Es sei durchaus vorgekommen, dass jemand seinen Sperrmüll im Wald entsorgt habe, sagt Förster Koch. Dagegen helfe die Schranke. Allerdings stehe sie zu nah an der Bundesstraße 50 Richtung Oberweis.

Das Problem: Spaziergängern, die den Stadtwald nutzen, bleibt so kaum Platz zum Parken. Darauf hat der Förster das Bundesamt schon vor Wochen hingewiesen. Nun werde überlegt, die Schranke ein paar hundert Meter nach hinten zu versetzen, sagt Koch. Gegenüber dem Volksfreund teilt der Sprecher des  BAIUDBw aber mit: Die Schranke sei in enger Zusammenarbeit mit Förstern eingerichtet worden. Sie zu versetzen sei nicht geplant.

 Jemand hat ein Schlupfloch in den Zaun geschnitten. Foto: Christian Altmayer
Jemand hat ein Schlupfloch in den Zaun geschnitten. Foto: Christian Altmayer Foto: TV/Christian Altmayer

Auch die Sicherheitsvorkehrungen wolle man nicht erhöhen. Womöglich wird es also zu weiteren Einbrüchen kommen bis das Gelände renaturiert wurde. Derzeit werden Rückbauten im sogenannten Teilbereich neun geplant. Hier sollen Flächen entsiegelt werden. Es soll noch 2018 losgehen.