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Veränderungen stehen auf dem Fahrplan

Veränderungen stehen auf dem Fahrplan

Einmal im Jahr lädt der Kreis die Ortsbürgermeister ein, um sie über aktuelle Themen zu informieren. Einer der Schwerpunkte des diesjährigen Treffens im Bitburger Haus der Jugend was das neue ÖPNV-Konzept zur zukünftigen Sicherung des Nahverkehrs.

Bitburg. Während die Ortsbürgermeister und deren Vertreter im Haus der Jugend sitzen und über mehrere Stunden hinweg den Worten der Referenten lauschen, werden draußen Strafzettel verteilt. Das Ordnungsamt der Stadt Bitburg ist in dieser Hinsicht recht gewissenhaft, sodass der ein oder andere Teilnehmer der Ortsbürgermeisterkonferenz vor der Heimfahrt erst noch das kleine weiße Zettelchen mit Zahlungsaufforderung vom Scheibenwischer entfernen muss. Bei einer Anreise mit dem Bus wäre das nicht passiert. Dann allerdings müsste sich so mancher Ortsbürgermeister zur Überbrückung der Zeitspanne bis zur Heimfahrt womöglich erst noch ein Hotelzimmer suchen. Denn wer im Eifelkreis auf den Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) angewiesen ist, fährt nicht mal so eben schnell von A nach B. Das ohnehin dünne ÖPNV-Angebot im Kreisgebiet wird nämlich überwiegend von Schülern genutzt, weshalb sich die Fahrpläne größtenteils nach den Schülern und damit auch nach den Schulzeiten richten. Hinzu kommt, dass die Zahl der Schüler rückläufig ist. Was bedeutet, dass bestimmte Linien für Busunternehmen zunehmend unrentabler werden. "Der Kreis muss also dafür aufkommen, Linien zu übernehmen, die heute noch privat über Schülerfahrten abgedeckt werden", meint dazu Raphael Meinhart. Der Mitarbeiter des Verkehrsplanungs- und Beratungsbüros IGDB ist einer der Referenten der Ortsbürgermeisterkonferenz. Und sein Beitrag zum Programm besteht darin, den Gemeindevertretern das von seinem Büro erarbeitete Konzept für das nördliche Rheinland-Pfalz vorzustellen. 70 Prozent mehr ÖPNV für nur 16 Prozent mehr Kosten, verspricht Meinhart. Das von ihm vorgestellte Konzept sieht zunächst ein Hauptnetz vor, welches das Oberzentrum Trier mit den Mittel- und Unterzentren in der Fläche verbindet. Durch Ergänzungslinien in zwei verschiedenen Kategorien soll dafür gesorgt werden, dass das gesamte Kreisgebiet auch außerhalb der Schulzeiten abgedeckt ist. Und um die Menschen in den vielen kleinen Gemeinden jenseits der Unterzentren an den ÖPNV anzuschließen, sollen zusätzlich Busse in Form von Anrufsammeltaxis eingerichtet werden. Das heißt: Die Busse fahren die Orte nur dann an, wenn tatsächlich Bedarf besteht. Wie Landrat Joachim Streit erklärt, lässt sich die dadurch deutlich bessere Versorgung bei gleichzeitig geringer Kostensteigerung durch eine neue Vergabe der Linien erreichen. "Wir werden die guten Linien mit den schlechten bündeln", so der Landrat. Dadurch werde verhindert, dass sich die Busunternehmen "nur die Rosinen" herauspickten und der Kreis dann für den Rest aufkommen müsse. Vier Linienbündel werden ausgeschrieben, wobei sich die Ausschreibung aufgrund der derzeit noch bestehenden und unterschiedlich auslaufenden Konzessionen auf mehrere Jahre verteilen wird. Bis 2023 jedoch soll das Konzept, dem der Kreistag bereits zugestimmt hat, komplett umgesetzt sein. uhe