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Verärgerung über Parteigrenzen hinweg

Verärgerung über Parteigrenzen hinweg

Frust und Ärger: Das Nein des Ministeriums zu einer Integrierten Gesamtschule (IGS) Hillesheim-Jünkerath ab Schuljahr 2010/11 hat bei den Hillesheimer Politikern quer durch die Fraktionen für Verärgerung gesorgt.

Hillesheim. (mh) Selten waren die Äußerungen unter den Hillesheimer Kommunalpolitikern so deutlich wie bei dem Nein des Ministeriums zur IGS. Vor allem gegen das Kollegium der Realschule und dessen Rektor Peter Steffgen richtet sich der Unmut der Politiker. So behauptete Bürgermeisterin Heike Bohn: "Herr Steffgen hat bei einem Gespräch mit Landrat Onnertz in der Kreisverwaltung gesagt: ,Wir gehen den Weg mit, wenn auch nicht gerne.' Und dann die Ablehnung durch das Kollegium." Auch Hans-Jakob Meyer (CDU) ereiferte sich über den Hillesheimer Rektor. Er sagte: "Ich habe stets das Gefühl gehabt, dass Herr Steffgen keine Lust auf die IGS hat. Da war zu viel Bequemlichkeit im Spiel." In die gleiche Kerbe schlug Hillesheims Stadtbürgermeister Matthias Stein (CDU). Er sagte: "Ich bin maßlos enttäuscht. Der Realschulleiter hat von Anfang an gegen die IGS gearbeitet. Er scheint nicht bereit, etwas Neues einzugehen." Stein weiter: "Ich habe Angst, dass unsere Realschule einen Rückgang erleben wird."

"Enttäuscht, dass Lehrerwille mehr zählt als Elternwille"



Der Gescholtene wiederum merkte gegenüber dem TV an, dass "das Ministerium schon zu Beginn der Schulstrukturreform betont hat, dass man dislozierte Schulen nach Möglichkeit nicht einzurichten gedenkt". Darüber hinaus kritisierte er, dass Schulleitungen und Lehrerkollegien am Schulentwicklungsplan nicht beteiligt worden seien und dass keines der schulischen Gremien offiziell zu einer Stellungnahme aufgefordert wurde. Den Vorwurf, man sei nicht informiert worden, weist Bürgermeisterin Bohn zurück. Sie sagte: "Seit zwei Jahren sitzen wir mit den Kollegien zusammen. Zudem wurden Informationsveranstaltungen gemacht. Aber die muss man als Lehrer auch besuchen."

Üxheims Ortsbürgermeister Alois Reinarz (CDU) zeigte sich "maßlos enttäuscht, dass der Lehrerwille offenbar mehr zählt als der Elternwille".

Johannes Pinn (FWG) sagte: "Direkt nach den Ferien muss es eine Zusammenkunft mit Lehrern, Eltern und dem Schulträger geben. Zum anderen sollten wir bereits jetzt von der Realschule fordern, uns direkt nach den Ferien ein alternatives zukunftsfähiges Schulkonzept vorzulegen."

Dieter Demoulin (SPD) sagte in ungewohnter Schärfe: "Was die Lehrer sich erlauben, ist eine Unverschämtheit." Und in Richtung Ministerium meinte er: "Unglaublich, wie mit einer Entscheidung einstimmige Ratsbeschlüsse weggefegt und so zwei Jahre Arbeit zunichtegemacht wurden."