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Verbandsgemeinde Obere Kyll: Noch ein Beschluss – und dann ist Schluss

Kommunalreform 2019 : Verbandsgemeinde Obere Kyll: Noch ein Beschluss – und dann ist Schluss

Im Januar geht die Verbandsgemeinde (VG) Obere Kyll in der neuen VG Gerolstein auf. Der Rat hat sich nun zur wirklich letzten Sitzung getroffen.

Die Tische sind weihnachtlich eingedeckt, im Flur steht bereits ein kleines Buffet parat. Vor dem Vergnügen steht erst mal noch ein bisschen Arbeit an – am Dienstag, 1. Januar 2019 wird die VG Obere Kyll in der neugegründeten VG Gerolstein aufgehen. Besonders aufregende Themen stehen in der finalen Sitzung des Rates der Verbandsgemeinde Obere Kyll zwar nicht auf der Tagesordnung, aber Ordnung muss sein.

„Wir haben heute mit Josef Junk unseren ersten Mitarbeiter fest nach Gerolstein abgegeben. Herr Junk hat heute die Telefonzentrale im Gerolsteiner Rathaus übernommen“, eröffnet Arno Fasen die letzte Ratssitzung. Ein Jahr lang führte er die in Auflösung begriffene Verbandsgemeinde als sogenannter Beauftragter.

„Es geht voran. Wir hatten erst etwas Angst, dass wir eine Weile nicht erreichbar sein werden, aber das Telefonsystem war um 8 Uhr umgestellt. Die neuen Nummern werden bald im Mitteilungsblatt veröffentlicht“, sagt Fasen. Bevor er ein paar abschließende Worte spricht, gilt es aber noch fünf Angelegenheiten abzuhaken. Übrigens nicht im Eilverfahren, sondern konzentriert und aufmerksam.

Zunächst stehen die Jahresabschlüsse der Verbandsgemeindewerke auf dem Programm. Einstimmig wird beschlossen, den Jahresüberschuss des Betriebszweigs Wasserversorgung in Höhe von 52♦689 Euro zur Deckung von Vorjahresverlusten zu verwenden. Gleiches gilt für den Betriebszweig Abwasserbeseitigung. 45♦104 Euro Überschuss werden auch hier zur Verlustabdeckung genutzt.

Unter Top 4 bestellt man einstimmig einen Abschlussprüfer für 2018. „Wir wechseln zur Mittelrheinischen Treuhand als Prüfer, damit in der kommenden VG alles einheitlich ist“, sagt Fasen. Auch der Haushalt der VG im Jahr 2017 muss noch abgeschlossen und die damalige Bürgermeisterin Diane Schmitz mit ihren Beigeordneten entlastet werden: Macht man auch, und zwar erneut einstimmig. Und dann ist er da, der letzte Tagesordnungspunkt, unter dem der Rat einen Beschluss zu fassen hat: Das Stichwort lautet Klärschlamm.

„Es zeigt sich, dass Kommunen zunehmend Probleme bei der Entsorgung von Klärschlamm bekommen werden“, sagt Fasen. Er regt den Beitritt zur noch zu gründenden Kommunalen Klärschlammverwertung der Region Trier an: Die Anstalt öffentlichen Rechts werde sich in naher Zukunft mit dem Aufbau einer Verbrennungsanlage befassen (der TV berichtete). Der Rat ist überzeugt und trifft einstimmig seinen letzten Beschluss.

„Wir bekommen also keinen letzten Arbeitsauftrag mehr mit?“, fragt Fasen schmunzelnd, nachdem sich niemand unter dem letzten Programmpunkt „Fragen und Wünsche“ mehr meldet. „Wenn Sie nichts mehr haben, dann möchte ich nochmal kurz ein paar letzte Worte sagen.“

„Ziemlich genau vor 48 Jahren fand die erste Sitzung des Verbandsgemeinderats Obere Kyll statt. Für sehr viele Mitarbeiter wurde das Rathaus zur zweiten Heimat. Angesichts der Arbeit, die für die Fusion erledigt werden musste, war es im letzten Jahr für manche wohl sogar die erste Heimat“, sagt Fasen. Ihnen allen wolle er ausdrücklich danken. „Die Mitarbeiter der Verwaltung sind das zentrale Glied im Funktionieren einer Gemeinde. Ohne sie und ihre Unterstützung geht es einfach nicht. Danke für alles.“