Verbandsgemeinde Prüm stellt ihr Klimakonzept vor

Klimaschutz in der Eifel : Gute Basis für klimaneutrale Zukunft im Prümer Land

Das integrierte Klimaschutzkonzept der Verbandsgemeinde Prüm ist fertig. Vor der Veröffentlichung im Internet wurden die Randdaten jetzt schon bei einem Infoabend im Rathaus vorgestellt.

Es sind die großen globalen Probleme, die meist einfallen, sobald das Wort Klimawandel fällt. „Schmelzende Gletscher, steigende Meeresspiegel und Trockenheit – doch gerade wir haben in unserer Region im vorigen Sommer die Anzeichen des Klimawandels vor Ort spüren können“, sagt Aloysius Söhngen, Bürgermeister der Verbandsgemeinde (VG) Prüm. Man müsse sich dabei deutlich machen, dass Extremwetterlagen mit Stürmen und Überflutungen keine Ausnahmen mehr seien. „Und genauso wie die Auswirkungen lokal zu spüren sind, können wir auch lokal etwas dagegen machen – um dies koordiniert anzupacken, haben wir das Projekt Klimaschutzkonzept in Angriff genommen.“

Auf Anregung von Christine Kohl, Fraktionsvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen, wurde ein Jahr lang unterstützt von der Transferstelle Bingen (TSB) und dem Beratungsunternehmen Sweco in Koblenz das sogenannte „Integrierte Klimaschutzkonzept der VG Prüm“ erarbeitet.

Bei einer Abschlussveranstaltung wurden die Randdaten des Papiers nun im VG-Rathaus vorgestellt. „Wobei ich betonen möchte, dass dies eigentlich kein Abschluss sondern eher ein Auftakt sein soll“, sagte Söhngen. Die Arbeit sei ja nicht beendet, sondern nehme nun, da man wisse, wo man stehe, erst richtig Fahrt auf.

Dabei attestiert das Team der drei Fachleute die das Projekt begleitet haben der VG eine denkbar günstige Ausgangslage. „Sie haben in den vergangenen Jahren schon einiges erreicht. Darauf kann man sehr gut aufbauen“, sagt Britta Pott, Mitarbeiterin des Planungsbüros Sweco. Besonders die Bemühungen bei der energetischen Sanierung von öffentlichen Gebäuden sei man gut vorangekommen, auch die Umstellung der Straßenbeleuchtung auf LED-Technik sei angestoßen worden. „Intensiviert man hier noch die Bemühungen, kann noch einiges eingespart werden.“

In Zusammenarbeit mit dem Bauausschuss der VG haben die Planer und Prüfer nicht nur den Bestand aufgenommen, sie haben 30 mögliche Maßnahmen formuliert, die in Zukunft angepackt werden könnten. „Davon wurden 18 als zu bevorzugende und schnell umsetzbare Projekte ausgemacht“, sagt Marius Weber von der Transferstelle Bingen.

Angeregt wird in einem ersten Schritt ein Klimamanagement für die VG einzuführen. „Das Thema ist sehr komplex. Als Anlauf- und Beratungsstelle für Bürger, wäre es gut wenn ein Kümmerer für alle Fragen und Planungen zur Verfügung stünde“, sagt Weber. Wie bereits in vielen Gebäuden der Kommune bereits umgesetzt, solle man weiter daran arbeiten, energetisch sinnvolle Sanierungen umzusetzen. „Ein großes Potential liegt hier auch in den privaten Haushalten. Ein Kümmerer könnte hier Hauseigentümer beratend zur Seite stehen - auch in puncto möglicher Förderungen“, sagt Weber. Allerdings sei hier viel Kommunikation und Aufklärung notwendig, räumt Weber ein. „Gerade deswegen würde eine Anlaufstelle sinnvoll. Auch in den Bildungseinrichtungen sollte für das Thema sensibilisiert werden“, sagt er.

Stadtbürgermeisterin Mathilde Weinandy begrüßt das Vorankommen des Klimaschutzkonzepts, betont aber auch, dass Aufklärung wichtig sei. „Wir haben soviel erreicht. Gebäude wurden saniert, erneuerbare Energien gefördert, aber oft habe ich den Eindruck, dass diese Bemühungen als Belästigung und nicht als sinnvolle Maßnahmen wahrgenommen werden.“ Umso wichtiger sei, die Notwendigkeit klarzustellen. Söhngen springt ihr zu Seite: „Nicht jeder ist so. Aber ich traf auch auf Leute, die einerseits das Atomkraftwerk Tihange schließen möchten, sich aber gleichzeitig gegen Windkraft aussprechen. Beides geht einfach nicht zusammen“, sagt er.

Das Verbandsgemeinderathaus soll noch in diesem Jahr mit einer neuen Blockheizung ausgestattet werden. Foto: Fritz-Peter Linden

Die VG werde im laufenden Jahr auch weiter ihre Bestrebungen fortführen, möglichst Klimaneutral zu arbeiten. „Viele wissen gar nicht, wie weit wir schon sind. Allein unser Kurbad wird schon komplett mit Solarenergie beheizt“, sagt Söhngen. Auch im Rathaus setze man demnächst auf die Leistung eines noch zu bauenden Blockheizwerks. „Die Mittel stehen bereit, die Planungen laufen.“ Das komplett ausformulierte Klimaschutzkonzept wird demnächst auf den Internetseiten der Verbandsgemeinde veröffentlicht.

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