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Verbandsgemeinde Speicher pflegt Partnerschaft mit der Stadt Caudan

Wie die Partnergemeinden Speicher und Caudan durch die Krise kommen : Getrennte Freunde, geteiltes Leid

Die Verbandsgemeinde Speicher pflegt seit 1992 eine Partnerschaft mit der Stadt Caudan in der Bretagne. Das Corona-Virus hat die Pläne für ein Treffen am Vatertag durchkreuzt. Wiedersehen wird man sich wohl erst 2021. Wie die Gemeinden in pandemischen Zeiten trotzdem Kontakt halten.

Die Geschichte dieser Freundschaft beginnt im Sommer 1991. Als die Jugendgruppe Preist sich auf die fast 1000 Kilometer lange Fahrt in die Bretagne aufmacht, ahnt aber keiner, dass man von dieser Ferienfreizeit noch fast 30 Jahre später sprechen wird.

Denn aus den Kontakten, die die Jugendlichen in der Stadt Caudan knüpfen, erwächst eine enge Gemeinde-Partnerschaft. Eine „Jumelage“, wie die Franzosen sagen.

Am 22. Mai 1993 unterzeichnen die damaligen Bürgermeister die offizielle Freundschaftsurkunde zwischen Preist und Caudan. Zwei Jahre später weitet die Verbandsgemeinde diesen grenzüberschreitenden Bund auf die gesamte Kommune aus.

Seitdem ist viel passiert. Jahr um Jahr besuchen sich Eifeler und Bretonen. Musiker geben gemeinsame Konzerte, bei Fußballturnieren wird zusammen gekickt. Und auch viele weitere Vereine, wie etwa die Billiard-Clubs, halten Kontakt.

Inzwischen hat Preist eine „Caudaner Straße“, in Caudan hat man eine „Rue du Preist“ eingeweiht. Am Speicherer Rathaus prangt eine Gedenktafel, die an 15 Jahre Partnerschaft erinnert — ihr Ebenbild hängt in der Bretagne. Und auch etliche private Freundschaften seien entstanden, sagt der Speicherer VG-Chef Manfred Rodens (CDU).

Ein mehrtägiges Treffen mit gemeinsamem Grillen, Besuchen in Luxemburg und an der Mosel und einem „Preister Abend“ in der Keltenhalle war von langer Hand vorbereitet worden. Die diesjährigen Pläne allerdings hat nun der Ausbruch der Corona-Pandemie durchkreuzt.

Gleich am Anfang der Quarantäne, also schon Mitte März, haben die Speicherer die Veranstaltung abgesagt. Konzerte, Busreisen mit vielen Personen, ja selbst der Grillabend — all das schien in der „neuen Normalität“ nicht mehr realistisch.

Und zwar auf beiden Seiten der Grenze. Denn, auch wenn rund 1000 Kilometer Eifel und Betragne trennen, so haben sie doch dieselbe Krise zu durchleiden (siehe Kurzinterview mit Bürgermeister Fabrice Vély).

Immerhin: Die Infektionszahlen gehen sowohl rund um Speicher als auch in Caudan zurück. Und das gesellschaftliche Leben erwacht aus der Starre.Dennoch bleibt es dabei. Das Treffen der Partnergemeinden wird erst 2021 in Speicher stattfinden.

Funkstille herrscht dennoch nicht, Krise hin oder her. Die Einwohner der beiden Gemeinden halten laut Rodens und Vély den Kontakt über soziale Medien, E-Mail, Telefon und Briefe.