Verbandsgemeinderat Prüm beschließt den Umbau des geschlossenen Freibads

Kommunen : Mit einer Stimme für den Radweg - und für einen Freizeitpark im Flecken

Neue Pläne für das alte Bad, eine Resolution pro Radweg auf der Bahnstrecke und die Entlastung für den Bürgermeister: Die Verbandsgemeinde Prüm schließt das Jahr ab.

Sogar die Opposition reagiert mit knallharter Zustimmung: „Ich bin ganz begeistert“, sagt die SPD-Fraktionsvorsitzende Barbara Hiltawski angesichts dessen, was Günter Wilwers vom Bauamt der Verbandsgemeinde (VG) Prüm gerade im Rat präsentiert hat. „Grandios, wenn das so kommt.“ Es geht um den Umbau des längst stillgelegten Schönecker Freibads (der TV berichtete). Die Begeisterung wird von allen geteilt, quer durch die Bank freuen sich die Fraktionen über die Entwicklung.

Vielleicht ja auch, weil man zehn Jahre lang darauf warten musste: So lange hat sich nämlich nichts getan rund ums Bad. Dabei hatte die VG, Bürgermeister Aloysius Söhngen erinnert daran, den Schöneckern damals versprochen, dass man ihnen bei der Umnutzung der alten Anlage zur Seite stehen werde.

Pläne für ein sogenanntes Naturbad hatten sich längst zerschlagen, danach lag das Thema auf Eis – bis jetzt: Günter Wilwers zeigt, was auf dem Gelände alles möglich wäre. Ein Jugendlager mit Wigwamhütten, Spielburgen im Freien und unter Dach, eine Kletterwand, Wasserspiele, drumherum ein Parcours für Geländeräder. Um den sich sogar der Radsportclub Prüm kümmern würde, der Verein hat seine Bereitschaft bekundet.

Gerade das trifft auf den Zuspruch der anderen: „Ein Plus für Jugendliche und Vereine“, sagt Mathilde Weinandy (CDU), Erich Reichertz (FWG) freut sich, dass dabei ein starkes Angebot auch außerhalb von Prüm entstehe, Christine Kohl (Bündnis 90/Die Grünen) findet es „sehr, sehr schön“, einen Indoor-Spielplatz in der VG zu haben. „Schönes Konzept“, sagt auch Jürgen Krämer (FDP), wünscht sich aber eine neue Tonanlage für den Ratssaal, weil während der Präsentation ständig ein fratzelndes Mobiltelefon zu hören war. Die Anlage sei neu, nur das störende (und unidentifizierte) Handy sei wohl alt, sagt Söhngen und freut sich dann über den einstimmigen Beschluss, die Pläne voranzutreiben – und über den Auftrag, sich mit möglichen Förder-Einrichtungen ins Benehmen zu setzen: Denn der Umbau könnte gut 700 000 Euro kosten.

An anderer Stelle wäre es auch schön, wenn es da weiterginge: die Bahnstrecke zwischen Prüm und Gerolstein. Nachdem inzwischen auch die alte Brücke bei Lissingen abgerissen sei, spreche kaum noch etwas für einen Schienenbetrieb, wenn auch die Vulkan-Eifel-Bahn den beantragt habe, sagt Söhngen. Die Fraktionen haben deshalb eine Resolution ans Land geschickt. Tenor: Macht voran, gebt die Strecke frei, damit wir dort den Radweg bauen können.

Der Rat erteilt dem Bürgermeister und dessen Mitarbeitern die Entlastung für den Jahresabschluss 2017. Auch der Abschluss der VG-Werke findet Zustimmung, zumal ein kleines Plus von 31 000 Euro drinsteht. Das aber, warnt Söhngen, werde nicht so bleiben: Weil die VG, etwa bei den Kläranlagen, ihre sogenannte – und stark vom Land geförderte – Erstausstattung hinter sich habe, werde man bei der Instandhaltung nicht mehr auf viel Geld aus Mainz hoffen können.

SPD-Ratsmitglied Erdal Dogan ist von allen Ämtern zurückgetreten. Auf ihn folgt Susanne Arenth, ebenfalls aus Schönecken, sie wird von Söhngen verpflichtet und von den Fraktionen in zwei Ausschüsse gewählt. Und das war’s dann, das Sitzungsjahr 2018 ist vorüber.