Verbandsgemeinderat Prüm: Letzte Sitzung des Jahres, dennoch starke Themen

Kommunen : Von Sorgenwölfen und Leseratten

Feierabend: Der Rat der Verbandsgemeinde Prüm ist durch für dieses Jahr. Trotzdem standen wichtige Themen an in der finalen Versammlung.

Schnell und substanzhaltig: So wünscht man sich doch seine Ratssitzungen. Und so ging es zu in der „voraussichtlich letzten“ (Bürgermeister Aloysius Söhngen, CDU) Versammlung des ablaufenden Geschäftsjahrs. Acht Punkte stehen auf der Tagesordnung im Rat der Verbandsgemeinde (VG), einige haben es in sich.

Zu Beginn schleicht der Eifelwolf in den Saal, zu dem nämlich hat die SPD eine Anfrage eingereicht: Die VG gehört inzwischen zum sogenannten Präventionsgebiet, seit im Nordeifeler Mützenich (nicht dem Ort gleichen Namens bei Bleialf) ein Wolf gesichtet wurde. Fraktionschefin Barbara Hiltawski verweist auf den sehr gut besuchten Informationsabend, den ihre Partei jüngst ausgerichtet habe, das große Interesse bei den Bürgern und die vielen Fragen.

Deshalb will die VG-SPD wissen, welche Aufklärung die Verwaltung betreibe, wer Ansprechpartner für Bürgerfragen sei, wenn jemand etwa erfahren wolle, wie man Förderung beantrage. Falls zum Beispiel ein Elektrozaun oder Hütehund gekauft werden müsse.

Söhngen reagiert zunächst leicht isegrimmig, die VG habe da „null Zuständigkeit“, das liege alles beim Land. Dennoch: Selbstverständlich helfe man weiter. „Wenn wir gefragt werden, können wir Bescheid geben, an wen die Leute sich wenden müssen.“ Am besten melde man sich in der Abteilung Bürgerdienste (06551/943107).

Dort übrigens nimmt Peter Hillen, nach vielen verdienten Jahren, seinen Hut und geht in den Ruhestand, Nachfolger ist dessen bisheriger Stellvertreter Erwin Meyers.

Beim Thema Wolf schreckt Monika Rolef (FWG) hoch: Man wolle im Kalvarienbergkrater doch auch Wölfe stationieren – aber sie korrigiert sich gleich, bevor die anderen zu Ende gekichert haben: Ziegen natürlich sollen es sein, die den Krater freigrasen werden. Möglichst unbehelligt. Da werde man wohl einen „entsprechend hohen“ Zaun brauchen, mutmaßt der Bürgermeister. Fördergeld – siehe oben.

Auch die CDU bringt etwas mit: eine neue Resolution zur Bahnstrecke zwischen Prüm und Gerolstein. Auf der noch immer nicht der von den Eigentümern (VG Prüm und Stadt Gerolstein) gewünschte Radweg gebaut werden kann. Fraktionschef Klaus Keil bittet alle um Unterstützung, damit sich dort endlich etwas tue. Es habe sich ja längst gezeigt, „dass keiner dort ernsthaft eine Bahnstrecke betreiben will“. Die CDU hat zudem noch einen neuen Ansatz pro Radweg gefunden: Schließlich habe die VG gerade ein Klimakonzept beschlossen. Und neben den Freizeitlern, die ihn nutzen würden, seien da allein in den Weinsheimer Unternehmen rund 2000 Beschäftigte, von denen etliche gewiss gern per Pedalantrieb zur Arbeit kommen wollten.

Alle sind so dermaßen für diese Resolution (mit einer kleinen Textänderung, die Johann Urfels von der SPD vorschlägt), dass sie ohne Diskussion beschlossen wird. Auch wenn Johannes Reuschen (FWG) sich fragt, mit wieviel „Ehrfurcht“ das Schreiben wohl beim Adressaten (dem Wirtschaftsministerium Rheinland-Pfalz), entgegengenommen werde.

Keine Ehrfurcht, aber einen Riesenrespekt, bekundet der Rat quer durch seine Reihen anschließend der Arbeit von Cornelia Klose, deren Mitarbeiterinnen und den ehrenamtlichen Lesepaten in der Zentralbücherei Prüm: Die Chefin der Einrichtung trägt vor, was im vorigen Jahr alles gemacht, beschafft, organisiert wurde.

Mehr als 21 000 Medien hat man im stets aufgefrischten Bestand, zu denen längst nicht nur Gedrucktes gehört. Sondern auch Bücher zum Hören, DVDs, Zeitschriften, Spiele – unbedenkliche natürlich, wie Cornelia Klose auf Frage von Klaus Keil erklärt. Und über allem steht das Thema Leseförderung. Die betreibt man im Konvikt auf vielfältige Weise und so, dass der Spaß dabei nicht zu kurz kommt. Dazu zählen Literaturpädagogische Weiterbildungen, Lesenächte, Erlebniswanderungen und die Teilnahme am landesweiten Lesesommer, der jedes Jahr rund 300 Kinder dazu bringt, in den großen Ferien mehrere Bücher zu verputzen. Stark auch die Zahl der jährlichen Besucher: 30 000. Ergebnis: Begeisterung bei den Fraktionen. So kann man aus dem Jahr gehen.