Verdammt, vertankt!

Ein Griff daneben: Statt Diesel hat ein französischer Fahrer Benzin getankt. Und dann griff er statt zum Telefon, um eine Werkstatt anzurufen, zum Schlauch: Er fing an, an der Tankstelle den Tank zu leeren. Das führte zum Einsatz von Polizei und Feuerwehr.

Idenheim. Diesel oder Benzin? Die falsche Entscheidung traf neulich ein französischer Fahrer. Aber nicht beim Autohändler, sondern an der Zapfsäule der Total-Station auf der B 51 bei Meilbrück. 30 Liter Benzin. Leider in einem Diesel-Fahrzeug.
Der Fehler zog einen Einsatz der Polizei und der Feuerwehr nach sich, denn der Fahrer des Golfs, der mit drei Freunden unterwegs war, entschied sich dafür, die Sache selbst zu regeln. "Ich habe ihm gesagt, er darf nicht weiterfahren", erzählt die Angestellte der Tankstelle, die dabei war, "dann habe ich angefangen, Werkstätten anzurufen, um die preiswerteste Lösung zu finden".Starker Gestank


Das Auto wurde zurückgerollt, es stand dann am Rande der Einfahrt zur Tankstelle. Irgendwann merkte die Frau, dass etwas nicht stimmte: Alle vier Türen des Autos waren offen, und es stank sehr stark. Ein befreundeter LKW-Fahrer alarmierte sie und fotografierte die Szene: Der Franzose hatte zu einem Schlauch gegriffen und war dabei, den Tank auszuleeren. "Er behauptete, er wollte mit Plastikflaschen den Sprit auffangen", sagt die Tankstellen-Angestellte, "doch für 30 Liter? Ich habe sowieso keine Flaschen gesehen".
Das Benzin lief in den Rinnstein. "Es fehlten wenige Zentimeter zum Gulli, dann wäre das Benzin in die Kanalisation gelangt", berichtet die Frau. So kam es zum Polizei- und Feuerwehr-Einsatz. Der Eingang zur Tankstelle wurde teilweise abgesperrt. Auch die Staatsanwaltschaft wurde eingeschaltet. Nach den Ermittlungen hat sie den Fall nun vergangene Woche an die Kreisverwaltung weitergegeben. Es geht nämlich um eine Ordnungswidrigkeit und nicht um eine Straftat. Das Grundwasser und das Erdreich wurden dabei nicht erheblich verschmutzt. Es soll nun ein Bußgeld-Bescheid verhängt werden.
Die vier Franzosen müssen auch für den Einsatz der Feuerwehr zahlen, die die ausgelaufenen 30 Liter Benzin mit Bindemittel auffing. Dadurch konnten die Feuerwehrmänner verhindern, dass das Benzin ins Erdreich sickerte. Dann wurde der Abfall in der Deponie in Rittersdorf entsorgt.
Die Verbandsgemeinde Bitburg-Land kann noch keine Angaben über die Kosten des Einsatzes machen. "Es liegen mir noch immer keine Einsatzberichte der Feuerwehr vor", sagt Manfred Fandel von der Verbandsgemeinde. Das Abschleppen und Auspumpen des Tanks hätte die vier Franzosen 200 Euro gekostet. "Der Einsatz wird vermutlich teurer", sagt Manfred Fandel von der Verbandsgemeinde.Extra

Allein im vergangenen Jahr ist die ADAC-Straßenwacht rund 5000 Mal wegen Fehlbetankung ausgerückt. Wer versehentlich Benzin statt Diesel tankt, kann laut ADAC einen tausende Euro teuren Motorschaden provozieren. In diesem Fall empfiehlt der ADAC den Motor nicht mehr anzulassen. Wenn der Motor nicht mit falschem Sprit im Tank gestartet wurde, reicht es, das Benzin auszupumpen und das Kraftstoffsystem reinigen zu lassen. Ältere Diesel-Motoren vertragen einige wenige Liter Benzin zusammen mit einer Diesel-Restmenge. Motor nicht anlassen gilt auch für den Fall, dass man Diesel statt Benzin getankt hat. Dann sollte man in der Betriebsanleitung nachsehen. Je nach Motor und Menge des falschen Kraftstoffs kann man entweder vorsichtig weiterfahren (und immer wieder richtigen Sprit nachtanken) oder aber muss den Tank leer pumpen lassen. bc/Quelle:ADAC