Verfahren mit Ecken und Kanten

Verfahren mit Ecken und Kanten

NIMSREULAND. Falls sich die Gemeinde Nimsreuland gegen die Errichtung eines Steinbruchs entscheiden sollte, könnte es zu Schadensersatzansprüchen gegen die 120-Einwohner-Kommune kommen. Darauf hat die Verbandsgemeinde Prüm hingewiesen.

Die Anlage eines Steinbruchs in Nimsreuland sorgt weiter für Wirbel. Während der Seiwerather Unternehmer Thomas Blum auf einem insgesamt rund achteinhalb Hektar großen Waldstück am Rande der Landesstraße 5 Grauwacke abbauen und dabei nach und nach fünf Arbeitsplätze schaffen möchte, wehrt sich die Bürgerinitiative (BI) weiter gegen das Vorhaben (der TV berichtete). Gleichzeitig hat die Verbandsgemeinde Prüm die Steinbruch-Gegner bereits Anfang des Jahres auf mögliche Konsequenzen hingewiesen: "Wir und die Ortsgemeinde Nimsreuland haben Verständnis für die Befürchtungen der Bürgerinitiative, sehen aber auch, dass die Antragstellerin einen Anspruch darauf hat, dass über den Antrag nach Recht und Gesetz entschieden werden muss", heißt es in einem von Verbandsgemeinde-Bürgermeister Aloysius Söhngen unterzeichneten Brief an BI-Chef Rudolf Nober. Wie die Verwaltung weiter mitteilt, könne die Ortsgemeinde Nimsreuland nicht rechtswidrig das Einvernehmen versagen, weil dadurch möglicherweise Schadensersatzansprüche gegen sie abgeleitet werden könnten. Söhngen: "Eine unberechtigte Verweigerung des Einvernehmens zu dem geplanten Vorhaben der Antragstellerin ist damit rechtlich mit einem großen Risiko behaftet." Ein Verschulden könne bereits darin bestehen, dass die Gemeinde die planungsrechtliche Zulässigkeit des Vorhabens materiell unrichtig beurteile. Die Mitglieder der Bürgerinitiative möchten derweil weiter sowohl den Betreiber als auch die Behörden davon überzeugen, dass der Abbau von Grauwacke die Lebensqualität in dem Landstrich zwischen Schönecken und Lasel erheblich in Mitleidenschaft ziehe. Besonders argumentieren sie neben Lärm-, Staub- und Verkehrsbelastungen mit möglichen Gefahren für die Gesundheit und Rückschritten im Tourismus. So lassen sie zum Beispiel auch das Argument, wonach der Wind den Staub vornehmlich in andere Richtungen befördere, nicht gelten. "Beim Pollenflug haben wir es vor einigen Tagen gesehen. Der Wind kommt von der Laseler Seite

Es staubt aus allen Himmelsrichtungen", sagt BI-Mitglied Christa Heck, während Rudolf Nober bestätigt: "Wir haben es hier überwiegend mit Südwestwind zu tun. Der Wind kommt von der Laseler Seite." Apropos Lasel: Auch dort hat man ein inzwischen kritisches Auge auf die aktuellen Nimsreuländer Steinbruch-Pläne geworfen. Ortsbürgermeister Helmut Thielen hat sogar bereits in ziemlich deutlichen Worten bei der Unteren Landespflegebehörde der Kreisverwaltung Bitburg-Prüm interveniert und auf "erhebliche Belastungen" wie Verkehrsaufkommen, Straßenverschmutzung und Lärm aufmerksam gemacht. Die Offenlage der Pläne ist ab heute, 23. Mai, bis einschließlich Freitag, 23. Juni. Sie können im Rathaus der Verbandsgemeinde in Prüm eingesehen werden.

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