Verhältnisse wie "Auf Quart"

Verhältnisse wie "Auf Quart"

BITBURG-MASHOLDER. (ttl) Der Stadtteil Masholder darf seinen dörflichen Charakter behalten. Der Bauausschuss des Stadtrats stimmte dem Bau von Häusern mit nur einem Vollgeschoss und damit der Beschlussempfehlung des Ortsbeirats Masholder zu.

Der Ortsbeirat Masholder zeigt sich geschlossen. Für das Wohngebiet "Im Wingert" wünscht er sich Häuser mit nur einem Vollgeschoss (der TV berichtete). Masholder will sich zwar vergrößern, aber dabei nicht allzu große Sprünge machen. Der Ortsbeirat fürchtet, dass der Stadtteil seinen dörflichen Charakter verlieren könnte. Angst hat er auch vor Häusern, die in den Himmel schießen, roten Dachziegeln und dass neben einem ausgebauten Dach auch noch ein Keller rausguckt. Vorbild der Masholderer ist das Wohngebiet "Auf Quart". "Eines der schönsten Baugebiete in Bitburg", gab Stadtbürgermeister Joachim Streit im Bauausschuss die Meinung des Ortsbeirats Masholder wieder. Einen schweren Gang hatte deshalb Albert Mohr vom Planungsbüro Isu zu gehen. Noch einmal erläuterte er den Entwurf zum Bebauungsplan, dessen Aufstellung der Bauausschuss im Juli beschlossen hatte. Erneut wurde vom Keller bis auf die Dachbedeckung genau erklärt, gefragt und wieder erklärt. Mohr betonte, dass es sich bei den geplanten Häusern um eine einfache Bauweise mit zwei Vollgeschossen handele. Er wies darauf hin, dass nicht alles im Bebauungsplan festsetzbar sei. Das Planungsbüro bemühe sich um eine "grundhomogene Struktur". Die Mitglieder des Bauausschusses diskutierten lange, auch über die finanzielle und energietechnische Seite, die für zwei Vollgeschosse sprach. Zu bedenken gab Streit außerdem den Versiegelungsgrad. Mit zwei Vollgeschossen könne die bereitstehende Fläche wirtschaftlicher genutzt werden. Um so leidenschaftlicher war das Plädoyer des Ortsvorstehers von Masholder, Manfred Berger. Er wies die im Vorfeld gemachten Vorwürfe der Familienfeindlichkeit zurück, wolle Masholder doch gerade junge Familien mit Kindern in den Stadtteil holen. Es wurde spannend. Das Planungsbüro und der Erschließungsträger, die Grundbesitz- und Beteiligungsunternehmung Schuh, schlugen zwei Vollgeschosse vor. Für diese Variante fand sich im Bauausschuss aber keine Mehrheit. Es kam zu einem Patt (8:8). Bei zwei Gegenstimmen beschloss der Ausschuss den Hausbau mit einem Vollgeschoss. Hatte der Ortsbeirat in seinem Beschlussvorschlag gegen Doppel- und Reihenhäuser gestimmt, musste er in diesem Punkt Federn lassen. Doppelhäuser dürfen gebaut werden, Reihenhäuser aber nicht. Im weiteren Verfahren folgt nun die Beteiligung der Bürger und der Träger öffentlicher Belange.

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