VERKEHR

Zum Artikel "Neuer Anlauf für die Umgehung" (TV vom 29. Juli):

Vorweg: Wir sind sogenannte "Betroffene" einer ortsnahen Umgehung, wohnen oben "In Buch" und sehen und hören den Verkehr laut von unten von der Kölner Straße und später - wenn es denn so kommt wie geplant - gleichermaßen, nur dann von oben von der ortsnahen Umgehung. Also wird sich für uns nichts ändern, geschweige denn verbessern. Mithin sind wir gegen eine "ortsnahe" Umgehung - auch wegen der Nachteile, die diese Art Umgehung mit "Berliner Schall-Mauer" für Hillesheim bringen wird. Wenn eine Umgehung sein muss, dann muss sie auch alles so weiträumig umgehen, dass sie auch für alle akzeptabel ist. Kerpen ist ein gebranntes Kind, bekam bereits in den 70er Jahren seine Umgehung, die aber (aus unserer Sicht aus Angst einiges schwergewichtigen Ortspolitikers, ganz vom Wirtschafts-Verkehr abgeschnitten zu werden) dann doch näher als geplant an den Ort heran verlegt wurde. Und jetzt? Zu nah, zu laut und zu viel Verkehr. Kerpen sollte Hillesheim nicht drohen, sondern aus leidvoller Erfahrung beraten, nicht den gleichen Fehler zu begehen. Auch würde Kerpen zur Linderung des Umgehungsstraßenproblems niemals eine sechs Meter hohe und hunderte Meter lange Wand entlang des Kerpener Ortspanoramas akzeptieren, wie sie jetzt in Hillesheim geplant ist. Wenn eine geplante Umgehungsstraße von Anfang an mit einer derart monströsen Lärmschutzwand bewehrt werden muss, darf man sich fragen, ob das normal ist und ob da nicht ganz von vorne nachgedacht werden muss? Die Trassenplanung einer Komplettumgehung Hillesheims auf dem ehemaligen Bahngelände ist uralt und längst überholt, wurde früh auf dem Abschnitt von der L 26 Richtung B 421 zugunsten von Gewerbeflächen aufgegeben und ist damit insgesamt infrage gestellt. Es gibt bessere Umgehungsvorschläge, die es neu auf die Tagesordnung zu setzen gilt, die Hillesheim und Kerpen entlasten und das Problem nicht nach dem St. Floriansprinzip nur verlagern. Die Überschrift des Artikels kann man so und so deuten: "neuer" Anlauf oder "neue" Umgehung? Nach dem Motto "neue Besen kehren gut" empfehlen wir dem neuen Stadtrat auch neue Überlegungen anzustellen statt veraltete Ideen weiterzuverfolgen. Irmgard und Jürgen Mathar, Hillesheim