Verpatzter Denkzettel

PRONSFELD. Der Rücktritt von Peter Feinen als Vorstandsvorsitzender der Milch-Union Hocheifel sorgt weiter für Gesprächsstoff bei den Landwirten.

Über seinen Rücktritt als Vorstandsvorsitzender der Milch-Union Hocheifel (Muh) möchte Peter Feinen nicht viel sagen. "Ich habe mir nichts zu schulden kommen lassen", steht für den seit vielen Jahren bei der Muh engagierten Landwirt aus Rommersheim fest. Ihm sei es nur darum gegangen und gehe es auch in Zukunft nur darum, das Beste für die Muh zu erreichen. Über die Gründe für das plötzliche Ausscheiden Feinens aus dem Amt wird derweil heftig diskutiert. Hintergrund für die Entscheidung des ehemaligen und ehrenamtlich arbeitenden Vorstandschefs ist, dass der Landwirt vom Muh-Aufsichtsrat nicht mehr für eine weitere Amtszeit nominiert worden war. Dies soll dem Vernehmen nach gar nicht so geplant gewesen sein. Ursprünglich sollte Feinen angeblich ein Denkzettel verpasst werden. Doch es kam anders. Mit fünf zu vier Stimmen sprachen sich die Mitglieder des Gremiums in geheimer Wahl dafür aus, der Vertreterversammlung der Milch-Genossenschaft im Juli Feinen nicht mehr als Vorstand vorzuschlagen. Daraus zog der Rommersheimer seine Konsequenzen und trat von seinem Posten zurück (der TV berichtete). Nachfolger wurde Manfred Graff (Lammersdorf). Diesen Vorgang nicht kommentieren möchte der geschäftsführende Vorstand Rainer Sievers. Im Gespräch mit dem TV sagte er, dass die Mitgliedervertreter über die Veränderungen in der Führungsetage zeitnah informiert würden. Überrascht von den Entwicklungen wurde nach eigenem Bekunden auch der neue Vorstandsvorsitzende Manfred Graff, der in den kommenden drei Jahren den Vorsitz inne hat. "Peter Feinen hat 30 Jahre lang verdienstvolle Arbeit für die Muh geleistet", sagte Graff. Die Entscheidung des Aufsichtsrats habe ihn überrascht. Klaus Land, Aufsichtsratsvorsitzender der Muh, bezeichnet den Rücktritt als Reaktion auf die verlorene Wahl. Auch er bekräftigt, dass sich Peter Feinen nichts zu schulden habe kommen lassen und viel für die Genossenschaft mit inzwischen rund 3000 Mitgliedbetrieben in Deutschland, Belgien, Frankreich und Luxemburg getan habe. Welche beiden Kandidaten der Aufsichtsrat für die Wahl zum Vorstand im Juli nominierte, wollte Land jedoch nicht sagen. Erst müssten die Vertreter informiert werden.