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Verrottet und verfault: Außenstelle der Theobald-Simon-Schule wegen fehlender Standsicherheit geschlossen

Verrottet und verfault: Außenstelle der Theobald-Simon-Schule wegen fehlender Standsicherheit geschlossen

Komplett verrottet: Weil tragende Stützen der Außenstelle der Bitburger Berufsschule verfault sind, ist sie seit Beginn des Schuljahres geschlossen. Ob und wann sie wieder geöffnet wird, ist unklar. Die Schule muss nun improvisieren, um alle Schüler im Hauptgebäude unterzubringen.

Bitburg. Die Außenstelle der Theobald-Simon-Schule Bitburg ist seit Beginn des Schuljahres geschlossen. Der Grund: Tragende Stützen der Westfassade sind verrottet und nicht mehr standsicher. Wie der Schaden entstanden ist, sei noch unklar, sagt Al-fred Marder von der Kreisverwaltung. Das solle nun ein gerichtliches Beweissicherungsverfahren klären, das der Kreis beantragt hat. Ein vom Landgericht Trier beauftragter Gutachter prüft nun die Sache. Wie es weitergeht und ob das 1999 errichtete Gebäude saniert wird, entscheide der Kreistag dann auf Grundlage des Gutachtens. Wenn der Fehler bei den Baufirmen lag, könnte es auch zu einem richtigen Verfahren kommen.
Ralf Loskill, Leiter der Theobald-Simon-Schule, sagt: "Wir bewegen uns räumlich auf sehr, sehr dünnem Eis." Eigentlich sollten in dem Gebäude, das fünf Klassen- und Kursräume sowie einen Computerraum mit 14 Arbeitsplätzen umfasst, 50 junge Menschen in IT-Berufen ausgebildet werden. Im vergangenen Jahr waren 130 Schüler der Höheren Berufsfachschule Wirtschaft, der Tischlerausbildung und der IT-Berufe in vier Klassenräumen dort untergebracht.
Für die IT-Klassen musste zu Beginn des Schuljahres eine schnelle Lösung im Hauptgebäude gefunden werden. Viel Organisationsaufwand für die Schule: Die PCs aus dem Computerraum der Außenstelle wurden vorübergehend in den Klassenraum der Zweiradmechatroniker gebracht. Die Zweiradmechatroniker wiederum werden im Zeichensaal unterrichtet, der noch bis zu den Zwischen- und Abschlussprüfungen zur Verfügung steht.
Gleichzeitig wurde der Klassenraum der Tischler zu einem IT-Raum umfunktioniert. Das habe der Kreis bezahlt, sagt Loskill. "Dafür sind wir sehr dankbar." Die Tischler würden deshalb im Aufenthaltsraum beschult. Dadurch haben die Schüler jetzt keinen Ort mehr, an dem sie sich morgens vor Schulbeginn oder in Freistunden aufhalten können - und nutzen deshalb den Mehrzweckraum. "Das ist keine zufriedenstellende Lösung", sagt der Schulleiter, weil der durch das Catering belegt sei. "Ich sehe da nur durch die Ausgestaltung des Multifunktionsraums eine Lösung."
Und die Finanzierung dieser Ausgestaltung hat die Schulbehörde gerade aus finanziellen Gründen für das Jahr 2015 abgelehnt. Auch der Umbau des KFZ-Bereiches, bei dem ein Klassenraum für die KFZ-Mechatroniker geschaffen werden soll, könnte helfen. Die Genehmigung und Schulbauförderung dafür hat die Kreisverwaltung beantragt. Allerdings wird der Umbau frühestens Ende 2015 abgeschlossen sein, teilt Marder mit.Appell an die Kreisverwaltung


Und bis dahin? "So lange müssen wir damit leben", sagt Loskill. Die Schule werde vorübergehend die Aufsicht im Multifunktionsraum verstärken, damit die Schüler in der Winterzeit zumindest morgens rein könnten. Nachmittags sei das leider nicht möglich.
Abschließend stellt Loskill fest: "Uns als Schule muss daran gelegen sein, dass wir die Außenstelle wieder öffnen. Aus jetziger Sicht bekommen wir dauerhaft nicht alle Klassen im Hauptgebäude untergebracht. Sonst müssen wir irgendwann Container aufstellen. Und das sollte die letzte Möglichkeit sein." Es müsse nur eine Kleinigkeit passieren, dass zum Beispiel im kommenden Schuljahr ein weiteres Berufsvorbereitungsjahr oder zwei Oberstufenklassen eingerichtet werden müssten, dann ginge es nicht mehr auf.
Seinen dringenden Appell, die Außenstelle zu erhalten, hatte der Schulleiter der Kreisverwaltung zur Weitergabe an den TV gesandt. Diese wollte ihn aber scheinbar nicht in der Zeitung lesen. Zumindest hat sie den Inhalt dem TV vorenthalten.