Verrückt, naiv, charmant
Das Projekt FamTische schaut auf den ersten Blick recht trivial aus: Sechs Leute setzen sich ins Wohnzimmer und reden miteinander. Es gibt Erfrischungsgetränke und Knabberzeug. Und am Ende geht jeder ein Stückchen schlauer nach Hause.
Sind Suchtprävention und Erziehung wirklich so einfach? So gestellt, führt die Frage ins Leere. Andersherum wird ein Schuh daraus: Verhindern die bisherigen professionellen Beratungsangebote, Seminare und Aufklärungskampagnen jeglichen Drogenkonsum und alle Erziehungsfehler? Natürlich nicht, denn es gibt immer nur Teilerfolge. Und auch die verrückt-naive FamTisch-Idee kann zur Bewältigung von Problemen beitragen. Warum muss ein Projekt unbedingt Unsummen verschlingen, damit es gelingt? Warum nicht mal etwas anderes ausprobieren, um die Basis zu mobilisieren? Vielleicht fühlen sich manche Eltern gerade vom privaten Rahmen angesprochen. Vielleicht trauen sie sich dort eher ein offenes Wort zu als vor großem Plenum oder einem offiziellen Berater. Der Weg dorthin steht im Anschluss immer noch offen. Die Chancen stehen nicht schlecht, auch an Zielgruppen wie zum Beispiel ausländische Mitbürger heran zu kommen. Es geht darum, die Teilnehmer erst einmal für bestimmte Themen zu sensibilisieren. Auf jeden Fall bleibt es spannend, welche Resonanz der Aufruf auslöst und wie die charmanten "FamTische" in der Eifel einschlagen. m.hormes@volksfreund.de