Verrückte Hühner und durchtrainierte Sportler

Verrückte Hühner und durchtrainierte Sportler

Trotz frostiger Temperaturen haben die Eierlagen in Bollendorf, Echternacherbrück und Geichlingen wieder Hunderte von Schaulustigen unterhalten. Die Wettbewerbe waren in diesem Jahr sogar international besetzt.

Am Boden: Jonas Mirkes nach der Eierlage in Geichlingen. TV-Foto: Stephan Brunker.
Verrückte Hühner: Carlo Gillen tritt beim Seniorenlauf in Echternacherbrück in gefiedertem Outfit an. TV-Foto: Vladi Nowakowski.

Bollendorf. Eierlage bei Schneeflocken und Glühwein - zur grenzüberschreitenden Eierlage in Bollendorf sind trotz Temperaturen nahe dem Gefrierpunkt rund 150 Zuschauer gekommen, um Raffer und Läufer anzufeuern. Im beheizten Festzelt am Ufer der Sauer herrschte vor dem traditionellen Wettkampf Hochbetrieb bei Kaffee und Kuchen. Auch das erste Wettkampfpaar wärmte sich vor dem Heißluftgebläse auf. "Die Kälte macht uns gleich beim Laufen nichts mehr aus", sagte der 13-jährige Raffer Richard Braun.
Im Junioren-Lauf musste Richard 51 rohe Eier, die im Abstand von einem Meter auf Sandhäufchen liegen, aufheben und im Korb an der Startlinie ablegen. Sein Kontrahent, der gleichaltrige Läufer Nils Germeshausen, absolvierte parallel dazu eine Strecke von 3600 Metern. Erneut fand bei der Bollendorfer Eierlage ein Damen-Wettbewerb statt: Lisa Faber trat als Läuferin gegen die Rafferin Nina Hauer an.
Zwei Bollendorfer, die aus unterschiedlichen Ecken Europas stammten, bestreiten den Wettkampf der Senioren. Der 23-jährige Christian Vandenwerken aus den Niederlanden lief die Strecke von rund 7200 Metern bis Weilerbach und kam auf luxemburgischer Seite zur Startlinie zurück, während der 46-jährige, aus Rumänien stammende Florin Busca 102 Eier raffte.
Die Gewinner der Bollendorfer Eierlage: bei den Junioren siegt der Raffer Richard Braun in 13:14 Minuten. Den Damenlauf gewinnt die Läuferin Lisa Faber in 13:41 Minuten. Raffer Florin Bucsa gewinnt den Seniorenlauf in 29:46 Minuten.

Geichlingen. Der traditionelle Osterbrauch wird in Geichlingen nicht als Zweikampf Raffer gegen Läufer, sondern als Kombination ausgetragen: Im Jugendlauf müssen 20 Eier gerafft und 2,2 Kilometer gelaufen werden, während beim Hauptlauf zu den 30 Eiern und 3,1 Kilometern als dritte Disziplin gemäß dem Motto: "Ein Viez, ein Ei und dann ist es vorbei" noch ein Getränk hinuntergestürzt werden muss. Den ersten Jugendlauf entschied Merle Geib in 9:06 Minuten gegen Serisa Kruppert klar für sich. Bei den zehnjährigen Jungs gewann Kevin Zwank in 8:15 Minuten dank eines atemberaubenden Zwischenspurts ebenso deutlich gegen Marvin Holz.
Vor gut 100 Zuschauern vor dem Gemeindehaus konnte sich dann Alexander Roth in 13:10 Minuten den Sieg und den Einzug in die Annalen des SC Geichlingen/Koxhausen gegen Jonas Mirkes sichern, der am Ende sprichwörtlich am Boden lag.

Echternacherbrück. Klein, aber mit einem internationalen Teilnehmeraufgebot: Bei der Eierlage in Echternacherbrück feuerten rund 50 Zuschauer die Raffer und Läufer aus vier Ländern an. In diesem Jahr traten Teilnehmer aus Belgien, Luxemburg, Deutschland und sogar Syrien gegeneinander an. Veranstalter war auch diesmal die Vereinsgemeinschaft Echternacherbrück. Selbstverständlich wurde bei Schnee-Geriesel und frostigen Temperaturen auch in Echternacherbrück Glühwein ausgeschenkt. Die Raffer und Läufer traten in fünf Wettkämpfen gegeneinander an.
Die Duelle: Chanelle Kadah gegen Julia Werner, Monique Scholtes gegen Linda van Bommel, Pascal Hammes gegen Bernd Schmitt, Mario Becker gegen Josef Weber und Carlo Gillen gegen Helmut Kerpen. Läufer Carlo Gillen brachte zudem etwas Farbe in den grauen Spätwintertag - er startete als Hahn verkleidet in das Rennen.

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