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Versprechen hält seit 60 Jahren

Versprechen hält seit 60 Jahren

ST. THOMAS. (rh) Unter dem Schutz der Gottesmutter: Vor 60 Jahren haben die Gläubigen von St. Thomas ein Gelübde abgelegt. Sie bauten eine Kapelle. Seither führt jedes Jahr eine Prozession zu dem kleinen Gotteshaus.

"In entscheidender Stunde des Zweiten Weltkriegs, als die amerikanischen Truppen unmittelbar vor St. Thomas lagen und schwerstes Artilleriefeuer Tag und Nacht auf den Sonnenberg und die Kyllbrücke des Dorfes niederschlug, machte die Gemeinde St.Thomas im Vertrauen auf den Schutz der Gottesmutter im Keller des Bischöflichen Priesterhauses, wo seit dem 2. März das heilige Opfer gefeiert wurde, zusammen mit dem Kinderheim Marianum aus Krefeld, das einmütige Versprechen, bei erster Gelegenheit ein feierliches Gelübde abzulegen." So lautet der Originaltext der Urkunde, die anlässlich des Gelübdes am 18. März 1945 in der Kirche zu St. Thomas von allen Mitgliedern der Gemeinde unterzeichnet wurde. Die Menschen standen unter dem Schock des Krieges und gelobten am Weiher um das Bildstöckl eine Kapelle zur Rosenkranzkönigin zu errichten. Weiterhin gelobten sie, das Rosenkranzfest als einen Festtag zu begehen. Jede Familie verpflichtete sich, daran teilzunehmen, solange sie in St. Thomas ansässig ist. Das Kinderheim Krefeld und die Borromäerinnen des Mutterhauses in Trier gelobten, zu diesem Tag für alle Zeiten eine Abordnung zu entsenden. Die St. Thomaser haben ihr Versprechen gehalten. Die Kapelle wurde gebaut und jedes Jahr wurde bisher das Gelübdefest gefeiert. Das beginnt mit einem feierlichen Gottesdienst am Morgen in der Klosterkirche. Am Nachmittag findet die Andacht mit der Erneuerung des Gelübdes statt. Dann ziehen die Gläubigen in einer Prozession über die Neidenbacher Straße bis zur Kapelle. Dort findet die Anrufung der Muttergottes statt. In diesem Jahr feiern die St. Thomaser zum 60. Mal das Gelübdefest. Josef Niederprüm, Vorsitzender des Pfarrgemeinderats: "Wir haben in der Vorbereitung des Jubiläums die Kapelle innen neu angestrichen. Die Madonna soll in den kommenden Wintermonaten komplett restauriert werden." An den Vorbereitungen haben sich viele Helfer beteiligt, wofür sich Niederprüm bedankt. Am Sonntag, 9. Oktober, ist um 10 Uhr das Hochamt. Um 14.30 Uhr ist die Andacht mit der Erneuerung des Gelübdes, anschließend Prozession zur Kapelle.