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Versteckspiel schützt (hoffentlich) vor Strafe nicht

Kommentar : Versteckspiel schützt (hoffentlich) vor Strafe nicht

Wie leicht ist es, giftige Zeilen zu schreiben, wenn man dem Adressaten nicht in die Augen blicken muss. und sich hinter einem Pseudonym verstecken kann. Doch Worte können verletzen — egal, ob man sie ausspricht oder in eine E-Mail packt.

Eine Bedrohung macht Angst, ob von einem Bekannten oder einem völlig Fremden. Und eine Straftat bleibt eine Straftat. Davor schützt die vermeintliche Anonymität des Netzes zum Glück nicht.

Das ist freilich nicht jedem klar. Manch einer hält sich für unantastbar. Vielleicht auch zum ersten Mal stark, wenn er solche Hass-Pamphlete absondert, wie sie die Leiterin der Kreisordnungsbehörde ertragen musste. Und allzu oft kommen die Verfasser ja leider tatsächlich davon. Weil die Ermittlungen im digitalen Raum eben schwierig und aufwändig sind.

Das darf nicht passieren – weder in diesem noch in anderen Fällen. Die Delikte müssen konsequent verfolgt und hart bestraft werden. Sonst gewinnen die Hetzer, die Hassredner und Extremisten Oberwasser. Ob die nun von rechts, links, aus dem Islamismus oder dem Lager der Querdenker kommen.

Der Staat darf nicht weiter zusehen, wie sich der Hass Bahn bricht, unsere Sprache und unser Umgang miteinander zunehmend verrohen, unsere Gesellschaft weiter gespalten wird. Denn das könnte gefährlicher werden, als uns lieb ist.

c.altmayer@volksfreund.de