Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser

Klar, wer möchte schon veräppelt und über den Tisch gezogen werden? Sie etwa? Oberstes Gebot: Immer die Kontrolle behalten. Und wenn schon Vertrauen, dann kontrolliertes Vertrauen.

Richtig so. Wie etwa der mutige Bundestrainer Jogi Löw. Er hat seinem Stürmer Klose vertraut. Der bei den Bayern nicht trifft und im Trikot der Nationalmannschaft die Kugel mit gleichbleibender Treffsicherheit versenkt. Löw kennt Klose, weiß um dessen Fähigkeiten. Hinzu kommen wohl der Glaube an die eigene Strategie und die innere Stimme. Der Erfolg gibt ihm Recht.

Andere Situation, andere Reaktion. Es war einmal ein Mann namens Abraham. Gemäß der Schrift hat der alte Mann seinem Gott "gegen alle Hoffnung voller Hoffnung geglaubt" und ging mit Frau und Sippe in die Ungewissheit. Ja, selbst die unglaubliche Zusage Gottes, ihm im Alter von hundert Jahren einen Sohn zu schenken, brachte ihn zwar zum Lachen, ließ ihn aber nicht vom Glauben abfallen. Abraham kannte seinen Gott und vertraute seiner inneren Stimme. Schon damals gab es also das kontrollierte Vertrauen. Oder passender: ein gerechtfertigter Glaube. Was brachte ihn aber dazu, sich mit Haut und Haaren auf sein Gegenüber einzulassen?

Vielleicht flüsterte seine innere Stimme etwas von Gottes Zutrauen. Er glaubt an mich. Uneingeschränkt. Sein Vertrauen bleibt auch in der Niederlage bestehen. Je mehr ich davon begreife, umso vertrauensvoller werde ich selbst. In mich und mein Gegenüber. Der Erfolg gibt ihm Recht. Abraham wurde leiblicher Vater und Vater aller Glaubenden.

Jörg Koch ist Pastoralreferent für Jugend im Dekanat St. Willibrord Westeifel