Verwaltung behält in stürmischen Wahl-Zeiten Ruhe

Verwaltung behält in stürmischen Wahl-Zeiten Ruhe

Für die Mitarbeiter der Verbandsgemeinde Arzfeld, wie auch in vielen anderen Verwaltungen, ist der Wahlsonntag ein Routine-Einsatz. Schon einen Monat im Voraus haben die Vorbereitungen begonnen.

Arzfeld. (sn) Schon lange vor dem eigentlichen Wahltermin sind die ersten Vorbereitungen getroffen. So ist die erste Wahlurne bereits einen Monat vor dem 27. März im Einsatz. In ihr werden die ersten Briefwahlumschläge gesammelt.

Im Prinzip ist eine Wahl für eine Verwaltung reine Routine. Doch nicht immer läuft alles glatt. So wirbelte vor einem Jahr Sturmtief Xynthia in der VG Arzfeld die Bürgermeisterwahlen durcheinander. In manchen Ortschaften und Teilen von Arzfeld fiel am Nachmittag der Strom aus. Betroffen war auch die Verwaltung. Mit Kerzen und Taschenlampen brachten die Sachbearbeiter damals Licht ins Dunkle, übertrugen per Handy Daten. "Ja, das war abenteuerlich", erinnert sich Büroleiter Michael Thiel.

7364 Wahlberechtigte hat die VG Arzfeld. Bei der Landtagswahl 2006 haben 543 Bürger per Brief gewählt. "Die Tendenz ist von Jahr zu Jahr steigend", sagt Claudia Breuer von der Zentralverwaltung. Sie bereitet die Wahl für die VG vor. "Eine Landtagswahl ist einfach zu zählen, da müssen die Leute nur zwei Kreuzchen machen. Für uns ist das eine 08/15-Wahl", meint sie. Anders sieht es zum Beispiel bei Kreistagswahlen aus, wo panaschiert und kumuliert werden darf.

In der Verwaltung werden zehn bis zwölf Mitarbeiter am Sonntag Dienst schieben. Ab 8 Uhr wird jemand telefonisch erreichbar sein. Wenn zum Beispiel jemand behauptet, keinen Wahlschein zu haben, kann das sofort nachgeprüft werden. Gegen 17 Uhr kommen die anderen. Um 20 Uhr ist der Einsatz in der Regel beendet.

In jeder Ortsgemeinde gibt es Wahlvorstände, die aus maximal neun Leuten bestehen. "Meistens sind das Ortsgemeinderatsmitglieder", sagt Thiel. Wahlvorstands-Vorsitzender ist in der Regel der Bürgermeister. Für jedes Vorstandsmitglied gibt es ein "Erfrischungsgeld" von 21 Euro.

Landesweit wird mit dem gleichen Computerprogramm gearbeitet. An vier Stützpunkten werden die Daten gesammelt, dann in Arzfeld in den Computer eingespeist und ans Statistische Landesamt übermittelt. Zuvor gibt es Schnellmeldungen, die per Telefon durchgegeben werden. Die Forschungsgruppe Wahlen vom ZDF bekommt vor 18 Uhr schon die ersten Zahlen aus Waxweiler für ihre Hochrechnungen.

Kleinste Ortsgemeinde in der VG ist Sengerich mit 17, die größte ist Arzfeld mit 1010 Wahlberechtigten. Der Büroleiter rechnet mit einer Wahlbeteiligung von mehr als 60 Prozent. Das wäre für ihn ein akzeptabler Wert. "Im ländlichen Raum ist das noch nicht so schlimm wie in der Stadt", sagt er. Und die Erfahrung zeigt: Selbst ein Sturmtief hält in der Eifel die Menschen nicht vom Wählen ab.

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