"Vicus Nettersheimus" ausgraben

"Vicus Nettersheimus" ausgraben

Die historische Römerstraße von Trier nach Köln birgt noch heute so manche historische Überraschung. Kein Geheimnis ist, dass in der Umgebung von Nettersheim Römer lebten. Ob hier jedoch eine Straßenstation verborgen liegt, wollen Experten ab Februar in ersten ersten Sondierungsarbeiten prüfen.

Nettersheim. Überall in der Gemeinde Nettersheim finden sich Spuren der alten Römer - vielleicht haben sie dort besonders gerne gelebt. In seiner Präsentation "Auf den Spuren der Römer" teilte Bürgermeister Wilfried Pracht mit, dass die Gemeinde um eine Attraktion reicher wird.

"Wir vermuten dort eine Straßenstation"



In diesem Jahr plant Nettersheim, ein römisches Dorf - den "Vicus Nettersheimus" - auszugraben und zum Teil zu rekonstruieren. Von der Existenz des zehn Hektar großen Areals unterhalb des Tempelbezirkes Görresburg wussten bereits die Preußen, jedoch blieb das Dorf bis heute unter der Erde verborgen. Nur gelegentliches Pflügen förderte Reste des kostbaren Schatzes ans Tageslicht.

"Wir vermuten dort eine Straßenstation", sagt Pracht und hofft, auf eine sogenannte Benefiziarier-Station zu stoßen. Sie diente zur Verpflegung der Truppen. Denn der Standort liegt neben der historischen Römerstraße, die von Köln nach Trier führte. Daher nannte Pracht seine Präsentation auch "Auf den Spuren der Römer". Zudem präsentierte er die Nachbildung eines Denars aus der Zeit Kaiser Titus', der auf das Jahr 79 datiert wird. Dieser war auf dem Areal gefunden worden.

Bereits 1980 war eine Studie zu dem Ergebnis gekommen, dass "nirgends auf so engem Raum in NRW so viele historische Denkmäler stehen wie in Nettersheim. Die A 1 der Römer verlief mitten durch unsere Gemeinde", sagt Pracht.

Ab Ende Februar sollen Experten mit den ersten Sondierungsarbeiten beginnen, wie Pracht mitteilte. Die Universität Köln, das archäologische Institut Köln sowie der Landschaftsverband und das Landesmuseum unterstützen die Bemühungen.

Bereits am 22. Dezember hatte die Gemeinde das Grundstück notariell von der Familie Feinen übernommen. Dieser ist Wilfried Pracht besonders dankbar. Nach der Freilegung und Rekonstruierung soll der "Vicus Nettersheimus" ein weiteres kulturelles und touristisches Highlight in der Gemeinde werden.