INFRASTRUKTUR: Viel Chili con carne und eine neue Hymne

INFRASTRUKTUR : Viel Chili con carne und eine neue Hymne

Das Gemeindehaus Messerich-Birtlingen wird am Wochenende eingeweiht. Für ihren neuen Treffpunkt haben die Bürger jede Menge geschuftet, gekocht und sogar komponiert.

In Messerich und Birtlingen gibt es ein großes Geheimnis. Es heißt „Ees Gemänenhous“, ist die neue Hymne auf ein Gebäude und zwei Orte, die es geschafft haben, dieses Projekt zu verwirklichen. Bisher kennen sie  nur die Mitglieder des Chores Cantando und einige Eingeweihte „aus gut informierten Kreisen“.

Das soll sich bald ändern. Und zwar am Samstag, wenn das neue Gemeindehaus von Birtlingen und Messerich einweiht wird. Dabei ist das Haus gar nicht ganz neu, sondern nur teilweise: Das alte Schulgebäude mit Anbau, das die Bürger und Vereine als Treffpunkt nutzen,  war in die Jahre gekommen. Es musste saniert und zum Teil abgerissen werden. Zudem gab es einen neuen Anbau. Herzstück des Treffpunkts mit sanierten Teilen wie dem Jugendraum, dem Gemeinderaum und der Bücherei ist aber ein ganz neuer Teil:  eine große Gemeindehalle, in der 150 Menschen und eine Bühne Platz haben.

„Ein gelungenes  Kooperationsprojekt“, findet der noch amtierende Bürgermeister Gerd Zillien, der bei der Wahl im Mai nicht mehr angetreten war und sein Amt am Dienstag an Otmar Schröder  abgeben wird – dem das Haus nicht gerade „in den Schoß fällt“. Denn er war als Beigeordneter  maßgeblich an der Planung und Verwirklichung des Projekts beteiligt.

Und die hatte es in sich: Schließlich haben neben den beauftragten Bauunternehmen, Planern und Handwerkern viele Freiwillige in der alten Schule gewerkelt und geschwitzt. Und das an mehr als 100 Samstagen und vielen Abenden in der Woche. Rund 6000 Arbeitsstunden kamen dabei in rund drei Jahren zusammen.  Aber nicht nur beim Fliesenlegen, Verputzen, Bohren und Streichen   gab es großen Einsatz. Auch am Herd. An mehr als 100 Samstagen wurde für die Handwerker gekocht: Koordiniert von der Beigeordneten Alwine Fleischmann, gab es Chili con carne, Linsensuppe, Schwenkbraten, Schokoladenpudding und mehr.

Die Grundlage für „das neue Messerich-Birtlinger Wohnzimmer“, wie es Gerd Zillien nennt, wurde  Ende 2014 gelegt. Der Gemeinderat  Birtlingen stimmte den Messericher Planungen  zu –  und damit einer Kostenbeteiligung von zehn Prozent am Gemeindeanteil. Das Land förderte das rund 900 000 Euro  teure Projekt.

Dorfgemeinschaftshaus Messerich. Foto: Gerd Zillien
Dorfgemeinschaftshaus Messerich. Foto: Gerd Zillien

Der Grund für die Kooperation: Das gegenüber Messerich (etwa 600 Einwohner) deutlich kleinere Birtlingen  (55 Einwohner) hat kein eigenes Gemeindehaus und nutzt die alte Schule in Messerich mit. Was unter anderem daran liegt, dass das Gebäude zu 90 Prozent Messerich und zu zehn Prozent Birtlingen gehört. Zudem sind Bürger aus beiden Orten zusammen in Vereinen engagiert. Unter anderem bei der  Feuerwehr Messerich-Birtlingen und im  Anfang 2017 gegründeten Dorf-Förderverein Messerich-Birtlingen, der maßgeblich an der Organisation des Umbaus beteiligt war.  Dessen Schwerpunkt liegt jetzt auf der Förderung der Vereinsarbeit rund ums neue Domizil. Dazu gehört auch, dass Spenden für die Ausstattung gesammelt  wurden. Unter anderem bei einem Sommerfest im August 2018, bei dem die Bürger bewiesen haben, dass sie arbeiten und auch feiern können. Wer sich davon überzeugen will, sollte am Wochenende beim Fest dabei sein. Immerhin wird dort ja auch ein Geheimnis gelüftet: das der neuen Hymne von Markus Dahm (Text und Musik) und Volker Dörffel (Arrangement). Wer kein Platt beherrscht, kann sich das Ganze ja übersetzen lassen.

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