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Unwetter: Viel Hilfe, aber auch Frust und Ärger

Unwetter : Viel Hilfe, aber auch Frust und Ärger

Die Dudeldorfer erfahren nach der Überschwemmung ihres Dorfes viel Hilfsbereitschaft. Inzwischen macht sich aber auch Unmut breit.

() Neben den ehrenamtlichen Helfern der Feuerwehren und Rettungsdienste, die kaum mehr trockene Stiefel und Jacken im Schrank haben, waren es am Samstag rund 60 Freiwillige, die einem Aufruf im sozialen Netzwerk Facebook gefolgt waren und nach Dudeldorf kamen, um mit anzupacken. „Wir haben davon erfahren und spontan unsere Unterstützung in der Koordination der Hilfskräfte angeboten“, erklärt Bernd Görgen vom Arbeiter-Samariter-Bund (ASB) aus Trier. Mit an der Aufräumfront sind auch rund 40 Soldaten und Angehörige der Air Base Spangdahlem. Pressesprecherin Iris Reiff: „Die Hilfsbereitschaft ist groß. Wir sind gerne hier mit dabei um zu helfen, wo Not am Mann ist“.

Mitarbeiter der Firma Remondis aus Bitburg sind mit einem Dutzend Männer und Fahrzeugen vor Ort und helfen kostenlos, wie Betriebsleiterin Andrea Heinze berichtet. Doris Reuter kümmert sich mit Helferinnen im Vereinsheim der Waldjugend Dudeldorf-Gondorf um die Verpflegung mit Kaffee und Broten. Selbst aus dem luxemburgischen Gentingen sind freiwillige Feuerwehrmänner gekommen und packen an.

„So oft in den Schlagzeilen der Presse zu erscheinen, das verheißt nichts Gutes“, sagt Annemarie Lonien, Mutter von Ortsbürgermeister Stefan Lonien.

Unterdessen fahren zahllose Traktoren und Autos mit Anhängern durch die verstopften und beschädigten Straßen und bringen alles Unbrauchbare zur Sammelstelle am alten Sägewerk. Ortsbürgermeister Stefan Lonien bittet den ASB, Sperrschilder in der Bademer Straße aufzustellen. „Wir müssen das Ganze in geordneten Bahnen ablaufen lassen“, so Lonien.

Im Gespräch mit Betroffenen wird deutlich: Sie zeigen Nerven, reagieren zunehmend zurückhaltend auf Reporterfragen. Ein Anwohner erzählt: „Da kommen doch tatsächlich Katastrophentouristen, fahren hier langsam durch die Straßen, behindern die Aufräumarbeiten und gaffen uns Dreckverschmierte an. Das reicht uns jetzt.“

 Die Aufräumarbeiten gehen weiter.
Die Aufräumarbeiten gehen weiter. Foto: Rudolf Höser

Ortsbürgermeister Stefan Lonien behält den Überblick und bewahrt Ruhe. „Wir müssen jetzt besonnen bleiben und konzentriert arbeiten. Bis zur Beseitigung aller Schäden wird es noch eine geraume Zeit dauern“, sagt Lonien, der darauf hofft, dass im Laufe der nächsten Wochen der Alltag langsam zurückkehrt.