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Viel Hubraum für den Unterricht

Viel Hubraum für den Unterricht

Die Berufsbildende Schule (BBS) Prüm hat einen neuen Unterrichtsgegenstand erhalten: in Form eines gesponsorten Audi A8 im Wert von rund 80 000 Euro.

Prüm. (fpl) Das nennt man Lernmittel: Ein fast neuer Audi A8 quattro, im Wert von rund 80 000 Euro. "Feine Sache, den könnt' man gleich mitnehmen", sagt Landrat Roger Graef. Aber nein: Dieses Fahrzeug bleibt in Prüm, an der Berufsbildenden Schule (BBS). BBS-Direktor Rainer Uhlendorf wusste, dass man mit etwas Glück einen solchen Wagen beim Hersteller würde ergattern können. Er bewarb sich mit seiner Schule -und wurde von den Ingolstädtern erwählt. Dank einer Reihe von Sponsoren, allesamt Handwerks- und andere Unternehmen aus der Region, wurde dann auch die Finanzierung einer dazugehörigen Schulungswand bewerkstelligt. Insgesamt rund 9000 Euro kamen dafür zusammen.Schüler üben an moderner Technik ihr Handwerk

Für Uhlendorf ist das gelungene Projekt ein Ergebnis von Sponsoring im besten Sinn: "Denn es geht nicht um Einflussnahme, sondern um die Unterstützung der Bildungsanstrengungen unserer Schule." Sein besonderer Dank gilt indessen auch den Lehrerkollegen, die sich um die Umsetzung des hubraumstarken Vorhabens gekümmert haben: Johann Waxweiler und Ralf Loskill, die den Kontakt zu den Handwerksbetrieben und Sponsoren herstellten "und erklärten, warum wir so ein Auto an unserer Schule brauchen."Das können auch die eigentlichen Profiteure der Gemeinschaftsaktion, die jungen Leute, die nun an diesem Fahrzeug alles üben können, was für ihr Handwerk wichtig ist: "Weil die Technik viel moderner ist", sagt Ulrich Arenz, einer der knapp 20 Schüler, die derzeit in Prüm den Beruf des KFZ- oder Nutzfahrzeug-Mechatronikers lernen.Ein zweites Übungsobjekt kommt noch hinzu

Der Wagen, erklärt Fachpraxis-Ausbilder Werner Thiel, sei eines von derzeit drei Autos in der BBS-Werkstatt. "Und demnächst kommt noch ein A4 dazu." Alles Vorserienfahrzeuge, "aber wie neu." Auch der zweite Wagen rollt dank Sponsorenhilfe nach Prüm. Ein doppelter Erfolg auch für den Förderverein der Schule, der erst im Vorjahr gegründet wurde: Das Projekt, sagt der Vorsitzende Reinhold Maas, sei ein "wesentlicher Beitrag zur Weiterentwicklung der BBS". Kein Wunder, dass Roger Graef als oberster Vertreter des Schulträgers von einem angenehmen Termin spricht, "mit diesem Traum für kleine und große Jungen" - und er verweist auf die erheblich schwierigeren Treffen zum Thema Schulentwicklungsplanung (der TV berichtete). Bei "zehn Millionen Miesen" könne der Kreis solche Projekte gar nicht stemmen -umso dankbarer ist auch Graef gegenüber den Sponsoren. Sein Appell: "Machen Sie weiter, es kommt uns und unserer Region zugute." Letzte Frage an die Jung-Mechatroniker: Kommen sie jetzt denn noch lieber in die Schule? "Ja, natürlich", sagt Christian Thies. Alle lachen.