1. Region
  2. Bitburg & Prüm

Viel Licht am Ende des Tunnels

Viel Licht am Ende des Tunnels

Die Konversion des Kasernengeländes an der Mötscher Straße geht zügig voran. Die Ämter für Soziales und Kreisentwicklung sind genau wie der Zweckverband Flugplatz Bitburg bereits umgezogen. Bis Ende des Monats sollen die Agentur für Arbeit und das Jobcenter folgen.

Bitburg. Von einem "prägnanten Kontrast mit markierendem Charakter" spricht Peter Paul Fischer, der den "fassadenorientierten Ansatz" favorisiert, gleichzeitig vor einer "langgestreckten Lichtzunge" warnt und einen "psychologisch gefühlten Grenzübergang" befürchtet. Wobei es natürlich auch nicht "zu kontrastarm und saftlos" sein darf. Was für viele andere nicht viel mehr ist als der Unterschied zwischen Hell und Dunkel, ist für den Lichtgestalter aus Köln eine philosophische Exkursion in das weit ausgeleuchtete Feld der Wahrnehmungspsychologie.
Varianten ausprobiert


Im Auftrag des Zweckverbands Flugplatz Bitburg hat Fischer ein Beleuchtungskonzept für das Areal der Alten Kaserne erstellt. Und mit Hilfe einer Computersimulation zeigt der Lichtdesigner im Rahmen der Verbandsversammlung nun, zu welchen Ergebnissen die unterschiedlichen Beleuchtungsvarianten führen können. Der eine Laternentyp sorgt laut Fischer für ein "weichfederndes Lichtbild im Straßenraum", wohingegen die andere Laterne eine "sehr technische Leuchte mit bandförmiger Lichtverteilung" ist, die speziell für den Straßenraum konzipiert wurde.
Am Ende der Präsentation beschließt der Zweckverband einstimmig ein Konzept, das beide Varianten beinhaltet und damit sowohl den ästhetischen als auch den funktionellen Vorstellungen des Lichtdesigners gerecht wird. In diesem Konzept enthalten sind neben den Straßen- und Parkplatzlaternen auch die Spots, mit denen die Ecken der unter Denkmalschutz stehenden Kasernenblöcke beleuchtet und damit der Charakter der Gebäude hervorgehoben werden sollen. Oder um es in den Worten Fischers zu sagen: "Man akzentuiert etwas, ohne den Rest zu negieren."
Helmut Berscheid, Geschäftsführer des Flugplatz-Zweckverbands, ist froh, dass das Beleuchtungskonzept nun beschlossene Sache ist. "Es ist wichtig, dass wir mit diesem bedeutenden Kulturerbe sensibel umgehen", sagt Berscheid, der inzwischen selbst in einem der Kasernenblöcke arbeitet. Anfang Oktober sind sowohl der Zweckverband als auch die Abteilungen Soziales und Kreisentwicklung auf das Kasernengelände gezogen. Für rund 40 Mitarbeiter führt der Weg zur Arbeit seitdem nicht mehr zum Hauptsitz der Kreisverwaltung in der Trierer Straße, sondern in das Gebäude 2007 in der Maria-Kundenreich-Straße. Und im Lauf dieses Monats sollen die derzeit ebenfalls noch im Gebäude der Kreisverwaltung beheimatete Agentur für Arbeit sowie das Jobcenter folgen. Zum Jahresende werden im Gebäude 2007 mehr als 100 Menschen beschäftigt sein. Eigentümer des Gebäudes ist der Zweckverband, der den 3000 Quadratmeter großen Block für 400 000 Euro von der Bundesanstalt für Immobilien gekauft hat und rund 2,3 Millionen Euro in die bald abgeschlossene Sanierung des Hauses investiert. Dass nicht nur der Zweckverband, sondern auch die anderen Abteilungen und Behörden als Mieter in das Gebäude 2007 ziehen, hängt zum einen mit der Platznot in der Trierer Straße, aber auch mit der bevorstehenden Sanierung des Kreishauses zusammen. "Die Kreisverwaltung hat dadurch die Möglichkeit, jeweils eine Etage komplett zu sanieren", erklärt Berscheid.
Das Sozialamt wird nach Beendigung der Bauarbeiten womöglich wieder zurückziehen, wohingegen die anderen Abteilungen auf dem Kasernengelände bleiben. Und sie sind nicht die einzigen. Auch in den anderen Gebäuden laufen die Arbeiten auf Hochtouren.
So werden allein fünf Kasernenblöcke von der Dignum Immobilien GmbH zu einem Service-, Wohn- und Sozialzentrum samt Hotel, Wohnungen, Büros, Gastronomie und städtischer Kita umgebaut. Dazu gehört auch der Block 2011, wo ebenfalls noch in diesem Jahr eine Bildungs- und zwei soziale Einrichtungen einziehen sollen. Parallel dazu läuft der Ausbau der Erschließungsstraße, die von der Mötscher Straße auf das Gelände führt. Wenn dort die Arbeiten abgeschlossen sind, soll dann die Umgestaltung der zweiten Zufahrtsstraße folgen.