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Viel Platz, doch wenig Spielraum

Viel Platz, doch wenig Spielraum

BITBURG. Seit vier Jahren fährt in Bitburg der Stadtexpress - und wird kaum genutzt. Nachdem das Angebot bereits verkleinert wurde, ist die Zukunft nach wie vor ungewiss.

"Das funktioniert auch in der Eifel", hatte Heiner Monheim, Verkehrsexperte und Professor an der Uni Trier, im Bitburger Haus der Jugend gesagt, als er dort über den öffentlichen Personennahverkehr referierte. "Die Menschen hier haben die gleichen Herzen und Köpfe wie überall. Die Busse müssen nur dort rein kommen." Das war im Frühjahr 1999. Ein Jahr später verkehrte dann der erste Stadtbus - erst durch Herzen und Köpfe im Stadtrat, dann durch Bitburg, Masholder und Matzen und von Anfang an mit wenig Fahrgästen. "Die Nachfrage ist gleichbleibend gering", zieht Busunternehmer Detlev Krakau nach vier Jahren Stadtbus Bilanz. Von den anfangs erhofften und nie erreichten 50 000 bis 60 000 Fahrgästen im Jahr entfernt sich der Stadtbus mit jeder weiteren Fahrt mehr. "Erst schreien die Bürger nach einem Bus", sagt Krakau, "und wenn er dann kommt, fahren sie nicht mit. Und jetzt schreien sie: der Bus fährt nicht, wenn ich ihn brauche." Die ursprüngliche Route des Busses mit 38 Haltestellen in Bitburg-Matzen und Masholder gab es mangels Nachfrage nur kurze Zeit (der TV berichtete). "Wir fahren auch keinen festen Rhythmus mehr", sagt der Busunternehmer, "nur noch vormittags zwei und nachmittags drei Fahrten." Aus dem damals erhofften Imageprojekt ist für Krakau eine "Null-auf-Null-Geschichte" geworden - viele neue Menschen lernt der Fahrer des Busses auf seiner Tour nicht kennen. Dass es den Stadtexpress überhaupt noch gibt, liegt an den Fahrgästen, die mit anderen Bussen von außerhalb nach Bitburg kommen und dann mit dem Stadtbus vom Zentralen Omnibusbahnhof (Zob) ins Industriegebiet fahren. Zwar lösen diese Menschen in Krakaus Bus keinen Fahrschein ein, doch durch so genannte "Harmonisierungsgelder" vom Verkehrsverbund Region Trier werden die Kosten dennoch erstattet.Kein neuer Antrag auf Bezuschussung

In den ersten drei Jahren wurde der Stadtexpress von der Stadt Bitburg mit 18 000 Euro pro Jahr unterstützt, "doch die Bezuschussung ist ausgelaufen", sagt Werner Krämer von der Stadtverwaltung. Im März 2003 habe es das letzte Mal Geld gegeben. "Der Stadtbus ist im Stadtrat auch kein Thema mehr", fügt Krämer hinzu, und seitens des Busunternehmers habe es nach Beendigung der Subventionen auch keinen neuen Antrag gegeben. "Es war schon im Vorfeld erkennbar, dass nichts zu bekommen ist", sagt Krakau.Ein Ende ist absehbar

Wie lange der Stadtexpress letztlich noch fahren wird, wisse er noch nicht, "doch ein Ende wird kommen". Möglicherweise werde der Bus irgendwann nur noch morgens und abends zwischen Zob und Industriegebiet verkehren. "Ich sehe anders keine Zukunft", sagt der Stadtexpress-Betreiber. 1,35 Euro kostet derzeit eine Fahrt im Stadtgebiet. Was die Monatskarte kostet, kann Krakau auf Anhieb nicht sagen. "Die wurde bei uns noch nie gekauft".