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Viel Platz, neue Ruhestätten

Viel Platz, neue Ruhestätten

Immer mehr Menschen wollen in einer Urne beerdigt werden. Darauf hat jetzt auch der Bitburger Stadtteil Mötsch reagiert: Auf dem Friedhof werden mehrere Flächen für Urnen- und Rasengräber ausgewiesen.

Bitburg. Die Bestattungskultur verändert sich grundlegend - eine Entwicklung, die sich auch in Bitburg-Mötsch erkennen lässt: Als dort vor 30 Jahren der Friedhof erweitert wurde, hat man noch in den alten, klassischen Grabeinheiten gedacht. Heute beträgt der Anteil an Urnenbestattungen in der Stadt Bitburg 71 Prozent und in den Stadtteilen 57 Prozent. Und in Mötsch herrscht jede Menge Platz.
Ortsvorsteher Heiko Jakobs betrachtet dies als Luxus: "Damit können wir das Thema viel großzügiger angehen." Denn der Ortsbeirat hat entschieden, im Rahmen eines geänderten Friedhofskonzepts Flächen für weitere Urnen- und, ganz neu in Mötsch, Rasenurnengräber auszuweisen. Dazu Jakobs: "Es sind immer mehr Leute auf mich zu gekommen und haben danach gefragt, aus den unterschiedlichsten Gründen." Ein Mötscher Bürger sagt bei der Informationsveranstaltung auf dem Friedhof: "Die Kinder können das oft nicht mehr so pflegen wie wir noch."
Weil so viel Platz vorhanden ist, werden die Rasengräber zunächst auch nur einreihig angelegt: "Damit kommen wir die nächsten 20 Jahre auch hin", sagt Jakobs. Es handele sich dabei um die "einfachste Art: kein Schmuck, kein Stein, nur eine Platte".
Die Flächen für die neuen Gräber werden demnächst eingeschottert. Überhaupt tut sich viel auf dem Mötscher Friedhof: Derzeit wird die marode Friedhofsmauer erneuert, ab etwa Juli soll die Kirche von außen neu verputzt werden. "Für die klassischen Gräber haben wir oben auf dem ,Alten Friedhof' genug Platz." Und auf dem "Neuen Friedhof" könnten bis zu 50 Rasengräber sowie 48 Urnengräber entstehen - rein theoretisch. eib
Extra

Seit 2005 ist die Nachfrage nach Urnenbestattungen in Bitburg stetig gestiegen. Waren es im Jahr 1995 noch 92 Erd- und zehn Urnenbestattungen, so waren es 39 Erd- und 88 Urnenbestattungen im Jahr 2014. Nach Angaben der Verwaltung gibt es in allen Stadtteilen Felder für Urnen- sowie Rasenbestattungen. Für die Angehörigen sind diese günstiger: Ein Einzelwahlgrab kostet 1470 Euro auf 25 Jahre (vor zehn Jahren bezahlte man dafür noch 620 Euro). Für ein Reihengrab zahlt man 820 Euro. Ein Urnenreihengrab (15 Jahre) kommt heute auf 230 Euro. In der Stadt gibt es derzeit 2150 Gräber im aktuellen Bestand, davon sechs Rasengräber, 39 Urnenkammern in der Urnenwand, 18 Rasenurnengräber, 130 anonyme Urnengräber und 317 normale Urnengräber. In den Stadtteilen gibt es 525 Gräber. Hiervon sind 33 Urnengräber, Rasengräber gibt es noch keine. eib