Viele Fragen, bekannte Fronten

Viele Fragen, bekannte Fronten

Für die Energiewende sollen in Rheinland-Pfalz bis 2030 1400 neue Windräder entstehen. Doch bei der Frage, wo diese errichtet werden sollen, gehen die Meinungen auseinander. Naturschutzvertreter wollen den Schwarzen Mann komplett ausnehmen, vor Ort wird derzeit zumindest die Möglichkeit geprüft.

Rommersheim. Neue Windräder? Ja, aber. So lässt sich die Diskussionsrunde zusammenfassen, zu der der Landtagsabgeordnete Dietmar Johnen (Grüne) am Freitagabend eingeladen hatte. 50 interessierte Bürger im Gemeindehaus Rommersheim verfolgten die Runde und diskutierten mit.
Ob Umweltministerin Ulrike Höfken oder Bianca Goll vom Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND): Einig waren sie sich darin, dass die Energiewende der richtige Schritt ist und auch in Rheinland-Pfalz verstärkt auf erneuerbare Energien gesetzt werden muss. Bis 2030 soll der gesamte Stromverbrauch im Land aus sauberen Energiequellen kommen, so lautet das Ziel. Die Hauptlast davon wird mangels anderer Quellen die Windkraft tragen müssen - mit deutlichen Auswirkungen, wie der Grünen-Landtagsabgeordnete Andreas Hartenfels erklärt. Stehen derzeit 1243 Windräder in Rheinland-Pfalz (davon 110 in der Verbandsgemeinde Prüm), sollen es 2030 rund 2650 sein, ein Zuwachs von rund 1400 Rotoren, die bis zu 160 Meter hoch sein werden.
Die müssen irgendwo hin, und da endete die Gemeinsamkeit der Runde. Denn während derzeit in der Verbandsgemeinde Prüm geprüft wird, ob auch auf dem Schwarzen Mann oder dem Duppacher Rücken Windräder errichtet werden sollen, werden diese Standorte vom BUND strikt abgelehnt. Denn diese Gebiete seien Natura-2000-Schutzgebiete, in denen sich vor allem Schwarzstörche, Rotmilane und andere seltene Vogelarten angesiedelt hätten. Und gerade diese Arten reagierten sehr empfindlich auf die Rotoren. Deshalb, so sagt Goll, müsse man doch zuerst auf andere Flächen ausweichen, bevor man diese naturschutzrechtlich heiklen Gebiete angehe. Das sieht auch Günther Schneider so, er ist Vorsitzender des BUND im Eifelkreis. Man könne doch nicht einfach Windräder in Vogelschutzgebiete stellen.
Das Problem: Es gibt kaum noch andere Gegenden, wo man zum einen rentabel Windräder aufstellen könne, zum anderen aber auch weit genug von Siedlungen entfernt bleibe, sagt Hartenfels. Er plädiert dafür, sich wirklich auf die besten Standorte zu konzentrieren. Denn es sei besser, wenige Rotoren mit gutem Ertrag zu haben, als viele an schwächeren Standorten.
Um diesen Konflikt aufzulösen, plädiert Höfken für eine gründliche und gemeinsame Abwägung. "Ich weiß, das ist nicht einfach, und es geht nicht schnell." ch